Verrückte OB-Kandidatur Dieser Bayer will königlicher Statthalter von Bonn werden

Der Bonner OB-Kandidat Matthias Pauqué (l) und sein "König von Deutschland" Peter Fitzek (r). Foto: koenigreichdeutschland.org

In der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn findet in einigen Wochen die Oberbürgermeisterwahl an. Einer der Kandidaten dabei: Ein Mann aus Bad Reichenhall, der ein Königreich Deutschland anstrebt.

Bonn – Immer wieder mal gibt es bei Wahlen Kandidaten, die schwer zu erklären sind. Prominentestes Beispiel dafür dürfte wohl der Satiriker Martin Sonneborn der Partei DIE PARTEI sein. Doch während Sonneborn immerhin noch den Humor-Bonus für sich verbuchen darf, sieht das bei Matthias Pauqué schon anders aus.

Der lebt im bayerischen Bad Reichenhall und will im nordrhein-westfälischen Bonn Bürgermeister werden. Das allein dürfte schon einmalig sein, doch es geht auch noch einen Tick sonderbarer: Pauqué tritt als parteiloser Kandidat des Königreich Deutschland an. Dabei handelt es sich um einen Scheinstaat, den Aktivisten der Reichsbürgerbewegung rund um den selbsternannten König Peter Fitzek 2012 ausgerufen haben.

Was zunächst eher amüsant klingt, offenbart bei genauerer Betrachtung durchaus bedenkliche wenn nicht sogar bedrohliche Aspekte: Das Königreich ist eine Weiterentwicklung von Fitzeks 2009 gegründetem "Verein NeuDeutschland". Und der wiederum steht für eine klar verfassungsfeindliche und völkerrechtswidrige Weltanschauung. So wird beispielsweise eine Wiederherstellung der deutschen Grenzen von 1937 gefordert – also ein Deutschland inklusive Schlesien, Pommern und Ostpreußen.

Bezahlt wird im Königreich Deutschland mit "Engelgeld", überhaupt scheinen esoterische Themen eine wichtige Rolle zu spielen. Darüber hinaus erkennt die Monarchie natürlich die Bundesrepublik Deutschland nicht an und glaubt daher keine Steuern zahlen zu müssen, auch den Erwerb eines Führerscheins hält man für unnötig. Außerdem eröffnete man eine eigene Krankenkasse, die inzwischen aber wieder von den bundesdeutschen Behörden geschlossen wurde.

In einem der zahlreichen Prozesse gegen den "Obersten Souverän" Fitzek attestierte ein Richter dem selbsternannten König dementsprechend auch, dass dieser in einer "Fantasiewelt mit abstrusen politischen Vorstellungen" lebe. Zudem werden das Königreich und seine Mitglieder vom Verfassungsschutz beobachtet.

Und genau für diese Vereinigung möchte Matthias Pauqué nun das Bonner Rathaus erobern. Dafür versucht er mit durchaus kreativen Wahlversprechen zu punkten. So verspricht er unter anderem die "Einrichtung einer öffentlich-rechtlichen, zinsfrei arbeitenden Bank" und die "Schaffung stadteigener Tankstellen mit stark reduzierten Benzinpreisen". Zudem will er sein Bürgermeistergehalt spenden.

Wahrscheinlich, weil es in Euro, statt in Engelgeld ausgezahlt würde.

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