Verletzter Torhüter des FC Bayern Das Neuer-Rätsel: Wie schlimm ist die Verletzung wirklich?

Läuft weiter auf Krücken: Bayern-Keeper Manuel Neuer. Foto: Tobias Hase/dpa

Nationaltorhüter Manuel Neuer vom FC Bayern könnte noch länger ausfallen – ist sogar die WM 2018 in Russland in Gefahr? "Ich bin nicht beunruhigt", sagt zumindest Bundestrainer Joachim Löw.

München/London - Ruhe bewahren, keine Panik aufkommen lassen – das war das Ziel von Bundestrainer Joachim Löw, als er über seinen verletzten Stammtorhüter Manuel Neuer sprach. "Was ich von ärztlicher Seite weiß, lässt mich nicht unruhig schlafen", sagte Löw. Neuer liege "im Zeitplan", meinte der Bundestrainer weiter: "Es ist geplant, dass er nächstes Jahr ins Training einsteigt. Ich bin nicht beunruhigt." 

Und die Teilnahme an der WM 2018? Die sei "machbar" für Neuer, erklärte Löw: "Ich weiß, was ihm die WM bedeutet." Die Worte des Bundestrainers klangen trotz allen Bemühens mehr nach Hoffnung als nach Gewissheit. Die Bild hatte zuvor berichtet, dass sich Neuers Rückkehr weiter verzögere, um angeblich vier bis fünf Wochen. Das habe das Blatt aus Spielerkreisen erfahren. Neuer müsse nach seinem Mittelfußbruch noch rund einen Monat an Krücken gehen.

Neuer soll im Januar zurückkehren

Der Berater des Torhüters, Bernhard Schmittenbecher, dementierte im Kicker und sagte: "Manuel geht weiter davon aus, dass er zur Winterpause wieder einsteigen kann." Auf AZ-Nachfrage wollten sich die Bayern nicht zu dem Thema äußern. Das Neuer-Rätsel.

Ursprünglich sah der Plan so aus, dass der Torhüter zu Beginn der Rückrunde wieder im Tor stehen sollte. Comeback-Termin: Das Spiel bei Bayer Leverkusen am 12. Januar. Doch schon vor einigen Wochen hatten Neuers Aussagen darauf hingedeutet, dass er länger ausfallen könnte. "Die Wunde muss sauber bleiben und von alleine zuheilen. Dann findet noch eine Wundheilung innerhalb des Fußes statt. Die kann sogar bis zu einem halben Jahr dauern", sagte der 31-Jährige im Vereins-TV.

Brach sich gegen Real Madrid den Mittelfuß: Manuel Neuer. (Foto: dpa)

Im März hatte sich der Nationaltorhüter einen Haarriss im linken Mittelfuß zugezogen. Mit eingesetzter Schraube brach sich Neuer im April im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid dann den Mittelfuß. Nach konservativer Behandlung und einem kurzen Comeback im August brach die Verletzung im Training erneut auf. Neuer wurde operiert.

FC Bayern kompensiert Neuer ordentlich

Seitdem geht der Keeper, der sich laut Bild weiter von Ex-Teamarzt Volker Braun behandeln lässt, an Krücken. Beim FC Bayern hat man das Neuer-Aus mit Ersatztorhüter Sven Ulreich inzwischen ordentlich kompensiert. Der 29-Jährige zeigte in den vergangenen Wochen stabile Leistungen, in einigen Partien wie im Pokalfight bei RB Leipzig ragte Ulreich sogar heraus.

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Er sei in seiner Bayern-Zeit "in vielen Dingen gewachsen", sagt Ulreich. Trainer Jupp Heynckes vertraut ihm, deshalb werden die Bayern im Winter wohl keinen neuen Torhüter verpflichten. Im Achtelfinale der Champions League (13. Februar bis 14. März) würde Heynckes trotzdem liebend gern auf Neuer zurückgreifen – genauso wie der Bundestrainer bei der WM im kommenden Jahr.

Ter Stegen wäre Ersatz von Neuer

"Ich weiß, dass Manuel schnell auf hohem Niveau sein kann, das wäre wahnsinnig wichtig, er war in den letzten Jahren der beste Torhüter der Welt", sagt Löw. Bei der WM 2014 sicherten Neuers Paraden den Titel, er war der herausragende deutsche Spieler.

Beim Confed Cup, den Neuer verletzt verpasste, stand Marc-André ter Stegen als Stammkeeper im Tor. Und überzeugte. "Er spielt stabil, sehr sachlich, hat eine gute Ausstrahlung und spielt beim FC Barcelona, einer der Topmannschaften. Er hat Sicherheit und Coolness, hat sich gut entwickelt", sagt Löw. Ter Stegen wäre Neuers WM-Vetretung. Doch davon will im Moment (noch) niemand ausgehen.

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