Verlängerung der U5 U-Bahn: Pasing bekommt eigenen Tiefbahnhof

Vier Jahre ist der letzte Ausbau des Münchner U-Bahn-Netzes her. Jetzt haben sich CSU und SPD auf ein umfangreiches Programm geeinigt.

München - Erst kürzlich hat OB Dieter Reiter (SPD) dem Freistaat angedroht, die versprochenen 113 Millionen Euro anders verplanen zu wollen, sollte es bei der zweiten Stammstrecke nicht bald vorangehen.

Jetzt macht die Stadt offenbar ernst. Die Stadtratsfraktionen von CSU und SPD beantragten gestern gemeinsam, alles Notwendige für eine Verlängerung der U5 nach Pasing vorzubereiten. Mittelfristig will die Rathaus-Koalition sogar noch einige weitere U-Bahn-Projekte vorantreiben.

Es werde Zeit, beim Netz-Ausbau aufs Tempo zu drücken, sagte Alexander Reissl, der SPD-Fraktionsvorsitzende. Und sein CSU-Amtskollege Hans Podiuk ergänzte: „Für den Münchner Westen, aber auch für das gesamte ÖPNV-System in München ist die Verlängerung der U5 ein überfälliger Schritt.“

Schon im kommenden Frühjahr will die Stadt konkrete Pläne vorlegen. Bereits jetzt ist allerdings klar, dass Pasing einen eigenen Tiefbahnhof bekommen wird. Die Idee, ein oberirdisches Bahngleis als Tram-Endhaltestelle zu benutzen, hat sich zerschlagen. Der für den öffentlichen Nahverkehr zuständige Zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU) spricht sich zudem für eine schnellstmögliche Weiterführung der Linie ins Neubauviertel nach Freiham aus. „Wenn da so viele Leute hinziehen“, sagte Schmid der AZ, „sollen die da auch auf eine funktionierende Verkehrsanbindung zurückgreifen können“.

Priorität hat erst einmal allerdings die Verlängerung der U5 nach Pasing. Im erweiterten Plan stehen daneben noch eine Weiterführung der U4 nach Englschalking, eine Querverbindung vom Hauptbahnhof zur Giselastraße, die sogenannte U9, und eine Tangente im Münchner Norden, die U26, die für eine Entlastung der Linie 3/6 sorgen soll.

Einen „Startschuss für einen substantiellen Ausbau der Münchner U-Bahn“, nennt Hans Podiuk das Programm. Eine konkrete Kostenschätzung gibt es dazu bislang nicht – zu Lasten des Stammstrecken-Budgets sollen die Pläne allerdings offenbar nicht gehen. Es werde unabhängig davon geplant, ob eine zweite S-Bahn-Röhre gebaut werde, heißt es aus dem Wirtschaftsreferat.

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