Verhandlungen vor Abschluss Arena-Bau im Olympiapark: Bald geht’s los

Schon seit gut einem Jahr platt: Wo im Olympiapark früher das alte Radstadion stand, will Red Bull eine moderne Multifunktionsarena errichten. Foto: Henning Schlottmann/ho

Die Verhandlungen über das Stadion für Basketball und Eishockey im Olympiapark stehen vor dem Abschluss.

Die neue Multifunktionsarena im Olympiapark – es drohte eine Geschichte für die Ewigkeit zu werden. Das alte Radstadion im Olympiapark ist zwar seit einem Jahr platt. Der Weg für einen Neubau wäre damit auch sichtbar geebnet – und doch ziehen sich die Verhandlungen immer wieder hin. Nun zeichnet sich aber ein Ende ab.

Nach AZ-Informationen befinden sich die Gespräche auf der Zielgeraden. In manchen Punkten gibt es zwar noch Abstimmungsbedarf. Wie es aus gut informierten Kreisen heißt, hakt es aber nur noch an Kleinigkeiten.

Letzter Knackpunkt sind offenbar noch die Belegungszeiten. Die neue Arena soll Heimat für die Eishackler des EHC Red Bull München und die Basketballer des FC Bayern werden. Und auch die Stadt ist als großer Mieter vorgesehen. Diese drei Parteien müssen nun noch final klären, wer die Halle wann nutzen darf.

Nur internationale Spiele in der neuen Arena?

Dem Getränkeriesen Red Bull ist als Investor daran gelegen, dass die Halle so wenig wie möglich leersteht. Insofern erlitten die Gespräche kürzlich einen Rückschlag. Denn wie zu hören ist, wollen die Bayern-Basketballer nun im Wesentlichen doch ihrem Audi-Dome treu bleiben. Ligaspiele wollen sie weiter dort austragen. In der neuen Mega-Arena im Olympiapark sollen nur die internationalen Spiele stattfinden.

Bei den dadurch freigeworden Nutzungszeiten soll nun die Stadt als Mieter einspringen. Sportbürgermeisterin Christine Strobl (SPD) bestätigte der AZ entsprechende Informationen. Aus ihrer Sicht könne man die noch bestehenden Hürden aber durchaus aus dem Weg räumen. "Das ist alles lösbar", sagt sie. Dass die Stadt nun zusätzliche Hallenzeiten buchen soll? Das sei kein Problem. "Bei den Schulen und Vereinen gibt es da einen riesigen Bedarf", sagt Strobl.

Die Sportbürgermeisterin will die Sache nun so schnell wie möglich vom Tisch haben. "Zügig" müsse es nun gehen, sagt sie. Womöglich wird der Stadtrat nun sogar noch vor Weihnachten über den Neubau abstimmen. Spätestens dann aber im Januar oder Februar.

Gut möglich also, dass Red Bull schon in wenigen Wochen grünes Licht für den Bau bekommt. Bei Eishockey-Spielen sollen dort etwa 10.000 Zuschauer hineinpassen, beim Basketball rund 1500 mehr.

Fertigstellung soll 2020 erfolgen

Etwa 100 Millionen Euro wird sich Red Bull die Mehrzweckhalle wohl kosten lassen. "Red-Bull-Arena" wird das Stadion aber trotzdem auf keinen Fall heißen. Einen in Beton gegossenen Werbeblock will man auf städtischem Grund nicht haben. "Dafür müsste Red Bull schon noch mal 30 Millionen zusätzlich drauflegen", sagt FDP-Stadtrat Wolfgang Heubisch.

Als Zeitpunkt für die Fertigstellung wird derzeit das Jahr 2020 gehandelt. Experten halten diesen Zeitplan jedoch für durchaus ambitioniert, zumal sich der Olympiapark schon mehrfach als architektonisch schwieriges Geläuf erwiesen hat.

Denkmalschützer und die Erben von Olympia-Architekt Günter Behnisch wachen schließlich mit Argusaugen darüber, dass das geschützte Ensemble nicht durch einen Fremdkörper zerstört wird. Mit etwas Pech wird es also vielleicht doch noch eine Geschichte für die Ewigkeit.

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