Upper Eat Side Das Obere von Obergiesing

Inhaber Jochen Kreppel in seinem „Upper Eat Side“ – hierher kommen die Gäste, um in lockerer Atmosphäre Feines zu speisen und zu trinken. Foto: Daniel von Loeper

In der Werinherstraße hat das Upper Eat Side eröffnet: Ein Lokal mit delikaten Kleinigkeiten und zartem Fleisch.

Jochen Kreppel drapiert Gurkenrelish auf den Tellern, während Saibling in der Pfanne brutzelt. „Schlangengurken aus dem Garten von meiner Oma“, sagt er und garniert die Teller mit Erbsen. „Heute Morgen war ich auf dem Viktualienmarkt – Stylecheck nennt man das in der Mode. Schauen, was so Neues auf dem Markt ist.“

Das gute Neue, das tischt er auf in seinem Bistro-Restaurant, dem Upper Eat Side in Giesing. Kreative Kleinigkeiten, gutes Fleisch, gute Weine und eine lockere Atmosphäre, das ist sein Konzept. Gehoben im Niveau, aber nicht abgehoben im Service – wieso auch, der Chef selbst ist gerade erst, kurz nach der Eröffnung, 27 Jahre alt geworden.

Die Eltern von Küchenchef Thomas Strobl haben einen Bauernhof am Starnberger See, wo auch Kreppel her ist – und damit beste Kontakte zu Höfen und Fischern ringsum. „Wir kochen so simpel wie möglich, ein bisschen Olivenöl dran, frische Kräuter“, sagt Kreppel. Gute Produkte brauchen kein Schi Schi, das hat er im Atlantik Fisch gelernt. Seit seiner Zeit dort weiß er auch viel über Wein, und dort hat er mit Thomas Strobl gekocht, den er im Upper Eat zum Küchenchef gemacht hat.

Fine Dining in Obergiesing muss nicht teuer sein, denn Jochen serviert „eine Art bayerische Tapas“, wie er sagt. Bayerisch meint da eher die Zutaten, denn ein Schweinsbraten mit Knödeln steht nicht angeschrieben auf der Tafel.

Stattdessen gegrillter Pfirsich und Friséesalat, serviert mit Ziegenfrischkäse und Blaubeeren, Risotto mit Artischocken oder die Pilze, gedämpft in Pergament, die einen herrlichen Duft verströmen, wenn der Gast sie aus der Hülle befreit.

Sechs Euro kosten die wechselnden kleinen Gerichte jeweils, dazu kommt ein Hauptgericht, meist Fleisch. Serviert auf dem Holzbrett, das Messer steckt drin, zum selbst zerteilen. „Dazu eine Pfanne Gemüse, und die zischt, wenn sie durchs Lokal getragen wird – da drehen sich alle um“, sagt Kreppel.

Macht was her. Das teilen sich Grüppchen gern, ob es Karée vom Schwein ist oder Entrecote vom Rind.

Kreppel berät fachkundig bei der Weinauswahl. Die meisten stammen von Winzern aus der Steiermark oder aus Südtirol (Flasche ab 17,90) – wie der Muskateller, der so frisch und fruchtig schmeckt, dass Kreppel ihn gern aufgespritzt als Aperitiv serviert.

„Aber so, wie wir die Karte entworfen haben – mit den verbildlichten Geschmacksnoten – testen die Leute auch gern selbst, ob’s so schmeckt, wie sie sich das vorgestellt haben“, sagt er.

Im Upper Eat ist alles so regional wie möglich, aller Fisch stammt aus dem Starnberger See. Nur bei einem wird Jochen Kreppel seinem Heimatgewässer untreu: Als Helles steht ein Tegernseer auf der Karte.


Werinherstraße 15, Di. bis Sa. 11.30-15, 18-24, Mo. ab 18 Uhr, Tel.: 15 39 29 26 89

 

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