Beim heftigen Gewitter in der Nacht auf Freitag laufen die Keller der Behörde in der Blumenstraße voll – dafür bleibt in Pasing ein Sorgenkind endlich mal trocken

MÜNCHEN - Die Brühe unterm Planungsreferat – sie kocht! Im vollgelaufenen Keller steht der Hauptverteilerkasten der Behörde. Wie ein Tauchsieder erhitzt der Strom das Wasser.
Die Feuerwehrmänner müssen warten, bis die Stadtwerke den Saft abdrehen. 30 Feuerwehrmänner verbringen die Nacht von Donnerstag auf Freitag im Komplex in der Blumenstraße 28b, 31 und 19. Die Arbeiten dauern bis Freitag um 10.30 Uhr an, sagt Feuerwehrsprecher Johann Petryszak – also fast zwölf Stunden.

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150 Kubikmeter waren in die Lagerräume voller Akten und Ordner gelaufen, am tiefsten Punkt unterm Städtischen Hochhaus stand das Wasser bis zu einem Meter hoch.

Am Freitag war das Haus 28b – das Hochhaus – ohne Strom. Der Dienstbetrieb fiel aus. Besonders betroffen: Vermessungsamt und Immobilienbereich. In den Gebäuden 31 und 19, in denen auch die Lokalbaukommission untergebracht ist, lief der Betrieb nur eingeschränkt: Hier streikte die EDV.

Das Referat liegt gleich neben der Hauptfeuerwache. „Wir hätten eigentlich zu Fuß hingehen können“, sagt Sprecher Petryszak. Die Männer der City-Wehr aber waren zu der Zeit alle zu einem der 260 Notrufen unterwegs. Insgesamt waren alle 400 Männer aller Wachen im Einsatz – die Feuerwehr am Anschlag.

Am Ende saugten Einsatzkräfte aus Pasing das Planungsreferat leer: Die mussten diesmal nämlich nicht die Pasing Arcaden vorm Absaufen retten. Bei den letzten beiden schweren Unwettern (Juli 2011 und Juni 2012) waren Tiefgarage und Aldi-Supermarkt des Einkaufszentrums unter Wasser gestanden (AZ berichtete). Jetzt sind sie wasserdicht – dank eines Umbaus seit Ende Juni.

Bei rund 200 Einsätzen ging’s um voll gelaufene Keller. „Merklich mehr“ als sonst, sagt Petryszak. Viele hatten beim schönen Wetter der letzten Tage ihre Kellerfenster offen gelassen. Dazu platzten alte Rohre in Altbau-Kellern.

Im Brudermühltunnel drückten Wassermassen einen Gullideckel hoch. Das führte zu Unfällen, weil Autos gegen den Deckel prallten.

Im Westpark blieb ein Auto in einer tiefen Pfütze stecken. Eine Polizeistreife wollte helfen – und kam selbst nicht mehr raus. Feuerwehrmänner schoben die Beamten an.
 

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