Unterkunft an der Nailastraße Die "Mauer von Perlach" schützt jetzt Mütter mit Babys

, aktualisiert am 07.11.2017 - 13:37 Uhr
Der Mauer der Unterkunft. Im Hintergrund: Die Häuser der Anwohner. Foto: Daniel von Loeper

Die Unterkunft in der Perlacher Nailastraße ist bezugsfertig. Das Haus ist vor allem wegen einer vier Meter hohen Mauer um das Gelände bekannt geworden. Und: Einziehen werden nun auch keine minderjährigen Flüchtlinge.

Perlach - Das Gebäude in der Nailastraße ist bezugsfertig, die Vorbereitungen für die Belegung sollen noch in dieser Woche starten. Allerdings werden nicht wie anfangs noch geplant minderjährige Flüchtlinge einziehen, sondern "alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern mit Fluchthintergrund", wie das Sozialreferat München am Dienstag mitteilte. Der Einzug soll dann in den nächsten zwei bis drei Wochen erfolgen.

Ursprünglicher Trägerverein sprang ab

Die Verhandlungen zwischen dem Bewerber des Trägerauswahlverfahrens und dem Sozialreferat waren Anfang Oktober endgültig gescheitert. Der Grund: Für den Bewerber war das wirtschaftliche Risiko bei den vorgegebenen Rahmenvorgaben zu groß – "insbesondere vor dem Hintergrund der schwer zu prognostizierenden Ankunftszahlen von unbegleiteten Minderjährigen", wie es in der Mitteilung des Sozialreferats heißt.

Deswegen musste sich die Stadt nach einer neuen Lösung umsehen. Nun ziehen die bisherigen Bewohnerinnen an der Unterkunft in der Rosenheimer Straße 192 in die Nailastraße um. "Das Sozialreferat hat mit dem Träger der Unterkunft an der Rosenheimer Straße eine Vereinbarung getroffen, wonach die dort lebenden alleinerziehenden Mütter mit ihren Kindern mit Fluchthintergrund in die neu errichtete Unterkunft an der Nailastraße wechseln können." Der Stadt zufolge finden die Frauen in der neuen Unterkunft wesentlich bessere Wohnbedingungen vor.

Unterkunft mit vier Meter hoher Mauer

Wegen einer vier Meter hohen Mauer um das Gelände ist die Unterkunft in der Nailastraße in Perlach im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten. Sieben Anwohner hatten geklagt, weswegen die Stadt die Mauer errichtete.

Der Aufschrei war groß: Offiziell als Lärmschutzwand vorgesehen, hatten einige Politiker auch das Gefühl, der Wall wäre eher ein Schutz gegen die minderjährigen Flüchtlinge, die eigentlich in die Unterkunft einziehen sollten. So sagte der damalige BA-Vize Guido Bucholtz damals: "Meiner Meinung nach handelt es sich hier nicht um eine Schallschutzmauer sondern ganz eindeutig um eine Barriere gegen Flüchtlinge." Wegen des Walls trat Bucholtz im Dezember 2016 freiwillig zurück.

Nun sind also Mütter mit ihren Kleinkindern von der Mauer umgeben. Die Frage nach der Notwendigkeit eines vier Meter hohen Walls um eine Unterkunft besteht weiter.

Lesen Sie auch: "Keine Schallschutzmauer sondern eine Barriere gegen Flüchtlinge!"

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