Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [0.00/0]

Ungarn Fluggesellschaft Malev schlittert in die Pleite

dpa, vom 03.02.2012 10:46 Uhr
Die Fluggesellschaft hatte seit Jahren mit Finanzierungsschwierigkeiten gekämpft. Foto: Zsolt Zigetvary Foto: dpa
Die Fluggesellschaft hatte seit Jahren mit Finanzierungsschwierigkeiten gekämpft. Foto: Zsolt Zigetvary Foto: dpa

Die seit Jahren angeschlagene ungarische Fluggesellschaft Malev hat ihren Betrieb eingestellt. Die wirtschaftliche Lage des staatlichen Unternehmens sei "unhaltbar" geworden.

Budapest - Damit begründete Malev-Generaldirektor Lorant Limburger auf der Webseite des staatlichen Unternehmens den Schritt. Auf dem Budapester Flughafen Ferihegy bildeten sich lange Schlangen. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban erklärte im Rundfunk, seine Regierung strebe einen Neustart der Airline an.

Die Budapester Regierung hatte bereits am Montag Konkursschutz über die Malev verhängt. Meldungen über den nahenden Konkurs hätten die Liquiditätsschwierigkeiten der Malev verschärft, erklärte Limburger. Lieferanten hätten "von einem Tag auf den anderen" auf Voraus-Inkasso bestanden. Die Direktion des Unternehmers habe entschieden, den Betrieb einzustellen. "In diesem Sinne steigen seit dem 3. Februar, 06.00 Uhr, nach 66-jährigem fortwährenden Betrieb, keine Malev-Flugzeuge mehr auf", heißt es in der Stellungnahme.

Auf dem Budapester Flughafen Ferihegy bildeten sich vor den Informationsschaltern lange Schlangen. Viele Passagiere versuchten, ihre Flüge umzubuchen. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur MTI verhielten sich die Wartenden ruhig und gefasst.

Nach Informationen des Internet-Portals "index" hätte die Malev am Freitag eine Reiseticket-Versicherung im Wert von 30 Millionen Euro abschließen müssen. Dieses Geld habe aber nicht mehr zur Verfügung gestanden. Die ungarische Regierung hatte bereits am Dienstag einen Fonds im Wert von zwei Milliarden Forint (6,8 Millionen Euro) für die Entschädigung von gestrandeten Malev-Passagieren eingerichtet.

Der ungarische Ministerpräsident Orban erklärte in seinem wöchentlichen Rundfunk-Interview am Freitagmorgen: "Ein Neustart ist möglich, wenn wir uns einigen können." Einzelheiten nannte er nicht. "Zu einer Volkswirtschaft des 21. Jahrhunderts gehört eine gut funktionierende, nationale Fluggesellschaft", sagte er lediglich. Für die Malev würden allerdings "die Investoren nicht Schlange stehen".

Die Fluggesellschaft hatte seit Jahren mit Finanzierungsschwierigkeiten gekämpft. Kritisch wurde die Lage Anfang des Jahres. Die EU-Kommission hatte entschieden, dass der ungarische Staat mehrere Millionen Euro zurückzahlen muss, die von 2007 bis 2010 zur Unterstützung der Malev geflossen waren. Seit dem Brüsseler Entscheid stellte die Regierung jegliche Hilfe an die Malev ein.

Die Airline beschäftigt insgesamt 2600 Mitarbeiter. Sie transportiert jährlich rund drei Millionen Passagiere. Nach der demokratischen Wende vor 22 Jahren wurde sie zweimal privatisiert und wieder rückverstaatlicht. Sie sorgt für rund 40 Prozent des Verkehrsaufkommens am Flughafen Ferihegy, der von der deutschen Hochtief betrieben wird. Zuletzt hatte die Malev Schulden in Höhe von 74,6 Milliarden Forint angehäuft.

Kommentare (1)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Anzeigen
FEB
03
15:47 Uhr, geschrieben von Alf
Überall
Konkurrenzkanpf, Preisdruck, Qualitätsverlust, Absturz
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
-1
Kommentar bewerten
EU-Experten sollen Haushaltszahlen in Madrid prüfen
Nach der erneuten Korrektur der Defizitzahlen Spaniens schickt die Europäische Statistikbehörde Eurostat Experten nach Madrid.
Eurobonds bleiben Reizthema zwischen Berlin und Paris
Deutschland und Frankreich streiten weiter über Eurobonds. Pierre Moscovici betonte bei seinem Antrittsbesuch in Berlin, Paris halte an der Forderung nach gemeinsamen Staatsanleihen fest.
Die AZ-Top-Bilder
mehr Bilder mehr Bilder
Anzeigen & Verlagsbeilagen zum Durchklicken
 
Das München-Wetter
 
 
Anzeige
Nachrichtenticker
13:35   Berlin sieht Eurobonds nicht als Thema auf EU-Gipfel
13:26   Lebenslange Haft für dänischen Vater gefordert
13:02   Bahr gegen Druck in Kliniken zulasten der Patienten
12:55   Brad Pitt ohne Angelina Jolie in Cannes
12:53   OECD warnt vor konjunkturellen Abwärtsrisiken - Deutschland stark
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Interaktiv
  • Umfrage
Start_dpa

Edmund Stoiber setzt sich nach dem Düsseldorf-Skandal erneut für Sicherheitszäune in Stadien ein - der richtige Ansatz?

 
Ja, nur so kann man die Chaoten unter den Fans kontrollieren.
Nein, das ist ein Rückfall in alte Zeiten - die Fans dürfen nicht "eingesperrt" werden.
Es muss sich etwas im Fanverhalten ändern - aber das ist die falsche Maßnahme.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Meist kommentiert
  • Neueste Artikel
  • Facebook
  • Twitter
Video
Börse und Finanzen

 

Webtipps

Der tägliche Super Deal der AZ