Unfall im Bahnhofsviertel Crash mit Johanniter-Auto: 200 Gaffer behindern die Polizei!

, aktualisiert am 23.11.2017 - 08:29 Uhr
Schwerer Unfall im Bahnhofsviertel - ein Renault krachte in ein Einsatzfahrzeug der Johanniter. Die Bilder. Foto: T. Gaulke

Schwerer Verkehrsunfall in der Münchner Innenstadt. Ein Renault krachte am Mittwoch in der Landwehrstraße in ein Fahrzeug der Johanniter. Noch vor den Rettungskräften sind über 200 Gaffer da - die Polizei ist sprachlos.

Ludwigsvorstadt - Bei einem Unfall auf der Landwehrstraße sind am Mittwoch ein 86-jähriger Mann und seine ein Jahr jüngere Frau schwer verletzt worden. Ihr Renault Espace landete nach einem Zusammenstoß mit einem Einsatzwagen der Johanniter auf dem Dach. Der Renaultfahrer wurde eingeklemmt.

Rund 200 Gaffer am Unfallort

Passanten hatten nichts Besseres zu tun, als mit ihren Handys zu filmen und zu fotografieren – statt zu helfen. "Die Gaffer mussten teilweise sogar weggeschoben werden, weil sie trotz Platzverweis nicht weggingen oder weiterfuhren", sagte Polizeisprecher Benjamin Castro Tellez zur AZ.

So kam es zum Unfall

Das Rentnerehepaar war kurz vor 13 Uhr auf der Landwehrstraße in Richtung Paulskirche unterwegs. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei zeigte die Ampel für sie Grün. Doch zur gleichen Zeit war ein Einsatzwagen der Johanniter auf der Paul-Heyse-Straße in Richtung Bahnhof mit eingeschaltetem Martinshorn und Blaulicht unterwegs. Auf der Kreuzung krachten die Autos zusammen. Der Renault wurde bei dem Zusammenstoß ausgehebelt. Der Fahrer hing kopfüber fest, er war eingeklemmt, musste befreit werden. Seine Frau konnte selbst aussteigen. Genauso der Johanniter-Fahrer, der nur leicht verletzt wurde.

Mit diesem Maßnahmen verjagte die Polizei die Gaffer

Als die ersten Polizisten eintrafen, mussten sie zuerst die Schaulustigen vertreiben. "Das war eine richtige Meute", sagte einer zur AZ. Etwa 200 Gaffer, mit genauen Zahlen hält sich die Polizei zurück, hätten herum gestanden – während der schwer verletzte 86-Jährige auf Hilfe hoffte. "Die Polizei musste eine Vielzahl Platzverweise aussprechen", so Polizeisprecher Castro Tellez.

Doch nicht einmal das brachte einige zur Besinnung. Bei ihnen drohte die Polizei "unmittelbaren Zwang" an. Die Polizei wird nun versuchen, alle Gaffer zu ermitteln und wegen unterlassener Hilfeleistung anzuzeigen. Darauf steht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.

 

An dieser Kreuzung ereignete sich der Unfall

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