Dieselfahrverbote vor Gericht bestätigt OB Reiter: Warten Begründung des Stuttgarter Urteils ab

Jürgen Resch, der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, hält vor der Urteilsverkündung ein Verbotsschild mit der Aufschrift "Gilt für Diesel" in die Kamera. Foto: dpa

Das Verwaltungsgericht hat entschieden: Diesel-Fahrverbote sind auch weiterhin in Stuttgart möglich. In München hat man das Urteil aufmerksam registriert - auch hier wurden Verbote schon angedacht.

Stuttgart/München - Fahrverbote für ältere Dieselautos sind in Stuttgart weiter möglich. Baden-Württemberg scheiterte am Freitag vor dem Verwaltungsgericht mit dem Versuch, durch Nachrüstungen vieler älterer Motoren solche Verbote zu verhindern. Die Richter verurteilten das Land zur Überarbeitung des neuen Luftreinhalteplans für Stuttgart, weil dieser die Luft nicht schnellstmöglich verbessere. Dazu sei das Land aber verpflichtet.

Der bisherige Plan sei unzureichend. Gesundheitsschutz sei höher zu bewerten als Interessen der Diesel-Fahrer, argumentierte das Verwaltungsgericht. Zwar enthält der vorgelegte Plan Fahrverbote, diese seien aber nicht umfassend genug. Das Land dürfe sich bei der Luftreinhaltung nicht darauf verlassen, dass die Autoindustrie handelt, hieß es. Fahrverbote seien das wirksamste Mittel, um die seit Jahren hohe Belastung mit giftigem Stickstoffdioxid zu reduzieren.

Auswirkungen auf Fahrverbote in München

In München hat man den Urteilsspruch natürlich aufmerksam verfolgt. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kündigte ja unlängst schon an, im schlimsten Fall ebenfalls ein Fahrverbot für Dieselautos auszusprechen, sollten die Grenzwerte massiv überboten werden.

"Wir werden in München zunächst die für August angekündigte schriftliche Urteilsbegründung des Stuttgarter Verwaltungsgerichts abwarten. Ich habe mein Fachreferat für Gesundheit und Umwelt gebeten, anhand der schriftlichen Begründung zu prüfen, ob das Urteil Auswirkungen für München hat. Die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger muss oberste Priorität haben, das habe ich immer wieder betont. Deshalb werden wir die reale Stickoxidbelastung mit eigenen Messstationen in München überprüfen. Dann werden wir feststellen, ob die von der Bayerischen Staatsregierung vorgeschlagenen Maßnahmen dazu führen, dass die Grenzwerte dauerhaft eingehalten werden", so Reiter am Freitag.

Nächste Runde vor dem Bundesverwaltungsgericht?

Ob und wann es tatsächlich zu Fahrverboten für viele Dieselmodelle kommt und wie diese aussehen könnten, ist aber offen. Es ist damit zu rechnen, dass der Streit beim Bundesverwaltungsgericht weitergeht.

Die Stuttgarter Richter sind sicher, dass Fahrverbote auch umsetzbar sind. Daran hatte es zuletzt Zweifel gegeben. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) war vor Gericht gezogen, um ein generelles Fahrverbot für Dieselautos in Stuttgart zu erreichen. Die Landesregierung baute dagegen auf von der Industrie versprochene Nachrüstungen älterer Dieselmotoren, um unpopuläre Fahrverbote zu verhindern.

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