Mit 16 Jahren ging der heutige Löwe Moritz Volz zum FC Arsenal. Er spricht darüber, was er an England vermisst und warnt Bayern vor seinen Ex-Kollegen. Über sich selbst kann er schmunzeln

AZ: Herr Volz, 1999 wechselten Sie mit 16 Jahren zum FC Arsenal. Hat Ihr Schulenglisch damals ausgereicht?

MORITZ VOLZ: Ich habe schnell gemerkt, dass eine gute Note nicht alles ist. Ich konnte mich zwar selbst verständlich machen, bis ich aber alles verstanden habe, hat es ein halbes Jahr gedauert.

Am Dienstag trifft Bayern auf Arsenal. Wer gewinnt?

Es ist gar nicht so schlecht für Arsenal, dass sie in der Vorrunde gegen Schalke verloren haben – vielleicht werden sie nun ja unterschätzt. Bayern sollte sich nicht zu sicher sein. Beim Rückspiel werde ich im Stadion den alten Kollegen die Daumen drücken.

Im Arsenal-Trikot?

Ich glaube nicht. Das letzte Mal, dass ich in einem Fantrikot ein Spiel geschaut habe, muss 2007 beim ersten Spiel im neuen Wembley zwischen England und Deutschland gewesen sein. Da konnte ich es mir nicht verkneifen und bin im DFB-Trikot hingegangen.

Das schönste Arsenal-Erlebnis?

Herausragend fand ich mein erstes Spiel im alten Highbury-Stadion 2003 – als Leihspieler des FC Fulham gegen die alten Kollegen vom FC Arsenal. Vier Jahre lang war ich als Jugendspieler oft als Zuschauer dagewesen und plötzlich stand ich selbst dort unten! Wir haben 0:0 gespielt, weil unser Torhüter Edwin van der Sar alles gehalten hat.

Highbury ist Geschichte, Arsenal spielt jetzt im Emirates.

Schade, ich bin eher Nostalgiker. Meine emotionale Bindung ans Highbury war so hoch, dass ich dem Emirates gegenüber immer noch sehr skeptisch bin.

Ihr steter Begleiter in London war Ihr Klapprad, mit dem Sie oft zum Training kamen.

Es war einfach praktisch. In meiner Wohnung nahm es nicht viel Platz weg und zur Not, wenn ich mal nicht die ganze Strecke fahren wollte, konnte ich es mit in die U-Bahn zwängen. Ich bin darauf sogar ab und an zu Heimspielen gefahren, dann haben mir die Leute auf dem Weg zum Stadion noch was Nettes hinterhergerufen.

In München kommen Sie aber mit dem Auto zum Training.

Fürs Klapprad ist es mir in Giesing eindeutig zu hügelig! (lacht) Meistens fahre ich Auto, manchmal Tram.

Was fehlt Ihnen in München im Vergleich zu London?

Ich hätte gerne weniger Schnee! Manchmal denke ich sehnsüchtig an die millimetergenau gemähten, perfekten Rasenplätze in England.

Lieber Regen als Schnee?

Ich glaube, es ist ein Gerücht, dass es in London öfter regnet als sonst wo. Das Schöne an London sind die milden Winter. Ich bin diesbezüglich ein Weichei geworden.

Auf Ihrer Homepage gibt’s Übersetzungen für wichtige Sätze, zum Beispiel: „Mir juckt’s in der Lederhos’n”.

Stimmt, das sollten sich die Bayern-Fans vor ihrem Trip nach London nochmal anschauen – wenn überhaupt welche in Lederhos’n kommen.

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