Der neue Löwen-Stürmer bekommt die Nummer 13. Vor dem Wechsel holte er sich das Okay der Familie. Das Löwen-Logo gibt’s beim Klassenerhalt.

München - „Er ist ein super Typ. Und ein absoluter Familienmensch.“ So lautet die erste Einschätzung von Löwen-Stürmer Stephan Hain über seinen neuen und alten Kollegen Sascha Mölders. Beide haben zwischen 2011 und 2013 beim FC Augsburg gekickt. Dabei scheint Hain gemerkt zu haben: Ohne Familie läuft nix bei Mölders.

Der 30-jährige Neu-Löwe, der Hain mit etwas Verspätung zum TSV 1860 folgte und dort zum großen Hoffnungsträger im Abstiegskampf der Zweiten Liga avanciert, ist ein Familienmensch. Mit Frau Ivonne und seinen vier Kindern Noah, Joy, Renne und Lio hat er sich kürzlich ein Haus in Mering gekauft, einem kleinen Örtchen im schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg zwischen Augsburg und München.

„Dort bleibe ich auch wohnen. Ich fahre mit dem Auto hin und her, brauche nur 40 Minuten – das ist also kein Problem. Und ich habe es mir ja so ausgesucht“, sagt Mölders der AZ. Ein Problem hätte er aber womöglich gehabt, wenn er am anderen Ende Deutschlands wohnen würde, denn der pendelnde Fußball-Profi weiß: Ohne das Okay seiner Familie wäre es mit einem Wechsel zum TSV 1860 schwer geworden. „Meine Familie hatte einen großen Einfluss – das ist ja ganz klar. Ich habe schulpflichtige Kinder, einen Sohn in Ausbildung. So bin ich jeden Abend zuhause und bringe meine Kleinen ins Bett.“ Dass der erstligaerfahrene Angreifer bei den Löwen aufschlug, ist somit auch der restlichen Familie Mölders geschuldet.

Eine neue Rückennummer hat der Angreifer mittlerweile auch: die 13. Eigentlich wollte er die 9 oder die 33, aber beide sind besetzt (Mugosa und Vollmann). Die Zahl, die künftig seinen Rücken ziert, bringe er als Erstes mit seiner Frau in Verbindung: „Sie hat am 13. November Geburtstag“, sagt er lachend. In der Freizeit zählt für ihn, wie könnte es anders sein, vor allem eins: der Nachwuchs. In der Winterpause postete Papa Mölders regelmäßig Bilder von sich und seinen Kindern bei diversen Hallenturnieren. Friedberg, Kissing, Königsbrunn – in der für ihn fußballfreien Zeit fuhr er seine Kinder in die kleinen Nachbarorte seines trauten Heims, damit sie ihrer – und auch seiner – Leidenschaft nachgehen konnten.

An dieser hatte er zuletzt als Bankdrücker beim FC Augsburg keine Freude mehr, daher dachte er erstmals in seiner Zeit beim FCA „an eine Veränderung.“ Hätte er denn auch woandershin gehen können? Das ein oder andere Angebot habe es für einen Stürmer mit seinen Qualitäten natürlich gegeben. Mölders: „Darüber brauchen wir jetzt nicht mehr zu reden. Klar gab es das ein oder andere, aber ich habe gesagt: ‘Wenn ich gehe, dann gehe ich zu Sechzig.’ Sie haben sich sehr um mich bemüht.“

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Bei den Löwen will er nun endlich wieder spielen und seinen Teil zum Klassenerhalt beitragen, um womöglich noch ein bisschen länger zwischen Mering und München hin und her zu pendeln, denn die Löwen haben eine Kaufoption. „Ich bin noch nie abgestiegen – und das soll auch so bleiben!“

Dann könnte bei Mölders, der seine Vereine allesamt als Tattoo über seinem Herzen trägt, auch der Löwe auf die Brust kommen: „Wir werden alle für dieses eine Ziel arbeiten. Wenn wir was Großes erreichen, wie zum Beispiel die Klasse halten, dann könnte es schon passieren, dass ich zum Tätowierer gehe.“