Der TSV 1860 muss am 27. Spieltag gegen Konkurrent Bielefeld ran, die direkten Duelle gegen Duisburg, Paderborn und Frankfurt folgen. Abwehrspieler Wittek vergleicht die Spiele mit den Playoffs im Basketball: "Wir wir gegen sie unsere Arbeit machen, kann uns der Rest egal sein"

München - In Maximilian Wittek schlummert ein kleiner Basketball-Fan. „Ich schaue schon hin und wieder ein paar Spiele an“, sagt der Linksverteidiger des TSV 1860 der AZ, „aber meistens die Highlights in den Playoffs.“

Was die Toronto Raptors, die Atlanta Hawks, die Chicago Bulls oder die Memhpis Grizziles der amerikanischen Profiliga NBA außer ihren tierischen Namen mit den Löwen im Abstiegskampf der Zweiten Liga gemein haben? Oder die Bayern und die Brose Baskets Bamberg in der Deutschen Basketball-Bundesliga? Eine ganze Menge: Nach dem Ende der Hauptrunde gehen bei den Korbballern die Playoffs los.

 

Vier direkte Duelle gegen Mitkonkurrenten

 

Während die oberen Teams untereinander um die Meisterschaft kämpfen, machen die Teams im Tabellenkeller unter sich die Absteiger aus. Auch der TSV 1860 hat in den nächsten Wochen viel zu gewinnen – oder alles zu verlieren: Die Löwen bestreiten ihre ganz persönlichen Abstiegs-Playoffs. „Stimmt, das kann man schon vergleichen“, sagt der 20-Jährige über die anstehenden Duelle. Denn: An den letzten acht Spieltagen muss der TSV gegen vier direkte Kontrahenten um den Klassenerhalt antreten – das ist bei keinem der anderen abstiegsbedrohten Teams der Fall.

Die blauen Playoffs starten mit dem Heimspiel am Sonntag gegen den Tabellen-13. Arminia Bielefeld (13.30 Uhr), der fünf Punkte Vorsprung hat. Wittek weiß: „Die könnten wir gleich mal in den Abstiegskampf runterziehen.“ Am 30. Spieltag folgt der Auftritt bei Schlusslicht Duisburg, an den beiden letzten Runden der Saison stehen die Duelle gegen den SC Paderborn und beim FSV Frankfurt an. Wittek: „Wir sind immer noch Tabellen-15., haben es selbst in der Hand. Wenn wir gegen die direkten Konkurrenten unsere Arbeit machen, kann uns der Rest egal sein.“

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Auch Neuzugang Levent Aycicek stimmt ein: „Das sind auf jeden Fall die wichtigsten Spiele: Gegen die müssen wir punkten“, sagt der Winterneuzugang, „wenn wir Bielefeld schlagen, müssen die wieder zittern, Paderborn und Frankfurt am Ende könnte noch ganz entscheidend werden.“ Dabei würde auch die Bremer Leihgabe gerne zum Entscheider werden: „Wir sind zurzeit gut drauf, haben gut gepunktet und uns auch bei Tabellenführer Leipzig (0:1, d. Red.) Respekt verschafft. Auch für mich läuft es ganz gut. Nur die Tore fehlen. Ich glaube, jetzt bin ich auch mal dran“, so Aycicek forsch. Einer, der seine Restprogramm-Rechnung bereits Anfang der Woche aufgestellt hatte, ist Torwart Stefan Ortega. Für den Ex-Arminen (2011 bis 2014) soll ein Dreier der Auftakt erfolgreicher Löwen-Playoffs werden: „Wenn wir diese Spiele für uns entscheiden, sollte es am Ende reichen.“

 

Bülow, Rama, Beister und Hain zurück

 

Für den zweiten Ex-Bielefelder Benno Möhlmann (2000 bis 2004 dort Trainer), will dagegen nicht herumrechnen. „Sind wir abgestiegen, wenn wir eines dieser Duelle verlieren? Nein. Mir ist es scheißegal, gegen wen wir gewinnen“, so Möhlmann deutlich, ganz nach der Devise: Hauptsache, am Ende reicht‘s. Seine Ansage: „Wir gehen mit Mut und Zuversicht ins letzte Saisonviertel. Wir haben uns eine Tabellensituation erarbeitet, in der man sich Hoffnung auf den Klassenerhalt ausrechnen darf.“

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Dabei kann der 1860-Trainer wieder auf Kai Bülow zurückgreifen. „Seine Grippe ist auskuriert, seine Zehenverletzung am Abklingen, er kann spielen“, so Möhlmann, der auch Valdet Rama, Stephan Hain und Maximilian Beister wieder im Training begrüßen konnte. Bülow würde mit seinen 1,88 Metern nebst zwei Korbjäger zwar wie ein Zwerg aussehen, im ersten der vier Abstiegs-Endspiele freut sich Möhlmann über eine kopfballstarke Waffe. Kann also losgehen gegen Bielefeld. Oder, wie der Basketballer sagen würde: Playoffs, Baby!