Mit Rob Friend und Ola Kamara hat 1860-Coach Alexander Schmidt nun mehr Alternativen für die Offensive. Die AZ zeigt, wie Lauth und Co. spielen könnten

MÜNCHEN Bisher waren die Löwen so etwas wie die Minimalisten der Liga. 21 Tore erzielten sie in den ersten 19 Spielen der Saison. Mit Abstand die wenigsten aller Aufstiegsaspiranten, überhaupt trafen nur fünf Mannschaften in der Zweiten Liga weniger oft als 1860.

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Klar, dass Coach Alexander Schmidt zuletzt immer wieder die mangelnde Chancenverwertung seiner Spieler monierte und mit täglich steigernder Vehemenz nach Verstärkungen in der Offensive rief. Kaum war Schmidt erhört – Sportchef Florian Hinterberger verpflichtete binnen weniger Tage in Ola Kamara und Rob Friend gleich zwei neue Stürmer – trafen die Löwen wieder. Am Samstag gab es ein überzeugendes 3:0 gegen Aalen.

Das Ergebnis wollte Schmidt „nicht überbewerten”, es war schließlich nur ein Testspiel. Der grippekranke Friend und der beim Rückrundenauftakt gesperrte Kapitän Benny Lauth standen gar nicht auf dem Platz.

Und dennoch: Der Tor-Knoten der Löwen könnte endlich auch in der Liga platzen. Auch, weil 1860 in der Offensive nun so variabel besetzt ist wie lange nicht mehr. Und weil Lauth nicht mehr den Alleinunterhalter geben muss. „Ich habe jetzt mehr Alternativen im Sturm”, sagt Schmidt. Und auch Lauth hat erkannt: „Wir sind jetzt vorne viel flexibler. Das wollten wir eigentlich schon von Anfang an haben.”

Tatsächlich kann der passionierte Taktik-Tüftler Schmidt spätenstens wenn Lauth seine Sperre abgesessen hat, zu jedem Gegner die passende Offensiv-Variante einsetzen, mit zwei schnellen Spitzen, mit einem Stoßstürmer und einer hängenden Spitze oder gar mit drei Stürmern. Schmidt hat endlich die Wahl im Sturm:

Lauth und Friend, das klassische Gespann: Als Lauths Stern 2002 aufging, hieß sein Sturmpartner bei 1860 Markus Schroth. Der ist mittlerweile Co-Trainer und war klassischer Stoßstürmer. Als solcher ähnelte er durchaus der neuen Sturmhoffnung Rob Friend. Der Kanadier, so die Hoffnung der Löwen, soll Lauth allein durch seine Körpergröße die Wege freiblocken oder den letzten Pass spielen. Außerdem hat Friend (24 Tore in 71 Zweitligaspielen) selbst auch Qualitäten vor dem Tor. „Er ist der Stürmer, den wir brauchen”, sagt Schmidt. Und Lauth meint: „Einer wie Rob hat uns vorne bisher gefehlt.” Gegen Kaiserslautern könnte Kamara die Rolle von Lauth übernehmen, der ansonsten in allen Varianten gesetzt ist.

Lauth und Kamara, das dynamische Duo: Der Norweger ähnelt mit seinem Torhunger, Kopfballstärke und seiner Dynamik durchaus dem jungen Lauth. „Ích freue mich mit ihm zu spielen und kann sicher viel von ihm lernen”, sagt Kamara über Lauth. „Ola beschäftigt eine Abwehr ganz schön. Er ist ein Sauhund”, sagt Schmidt. Im Zusammenspiel mit den technisch starken Flügelspielern Moritz Stoppelkamp, Daniel Halfar oder Marin Tomasov könnten die beiden vor allem gegen spielerisch starke Mannschaften für viel Gefahr im Strafraum sorgen.

Lauth, Kamara, Friend, das Brecher-Trio: Kamara hat in Norwegen hin und wieder auch auf dem linken Flügel gespielt, auch bei 1860 wäre diese superoffensive Variante denkbar – etwa, wenn die Löwen in der Schlussphase im Rückstand sind. Auch der aufstrebende und sehr schnelle Youngster Bobby Wood kann auf beiden Flügeln spielen – die Löwen wären offensiv wie nie. 

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