Gabor Kiraly, immerhin schon 36, verlängert seinen Vertrag bei den Löwen um ein weiteres Jahr. Er träumt von der WM 2014 – und glaubt an den Aufstieg: „Es gibt noch die Möglichkeit”

MÜNCHEN Bekannt ist Gabor Kiraly vor allem für drei Dinge: Für sein Markenzeichen, die graue Jogginghose; für seinen unerschütterlichen Optimismus; und, natürlich, für sein artistisches und gleichzeitig sicheres Torwartspiel.

Die Löwen-Fans werden sich noch ein weiteres Jahr an Kiraly erfreuen können. Am Donnerstag verlängerte der 36-jährige Rekordnationalkeeper Ungarns (87 Länderspiele) seinen Vertrag um ein Jahr bis Juni 2014. Spätestens da will er seine Karriere krönen – mit dem Aufstieg. Oder eben dem Klassenerhalt. Denn Kiraly glaubt noch immer an den Aufstieg in dieser Saison. „Es gibt noch die Möglichkeit. Dafür müssen wir hart arbeiten”, sagt er.

1860-Sportchef Florian Hinterberger lobt Kiraly als „absoluten Führungsspieler” und einen, „der sich mit Sechzig identifiziert”. Die Vertragsverlängerung sei, wie zuvor schon bei Routinier Daniel Bierofka, sehr schnell über die Bühne gegangen. „Das liegt auch daran, dass Gabor bereit war, einen etwas leistungsbezogeneren Vertrag zu unterschreiben. Das ist kein Rentenvertrag”, sagt Hinterberger.

Sportlich merkt man Kiraly seine immerhin schon 36 Jahre nicht an. In der Vorrunde hielt der Routinier überragend, er gehört zu den besten Torhütern der Liga. „Es gibt keine Zeichen, dass ich weniger machen oder mich zurücknehmen muss”, sagt er.

Und wieso die Entscheidung pro 1860? „Meine Familie fühlt sich sehr wohl in München”, sagt Kiraly. Und weiter: „Bis jetzt war jedes Jahr ein Schritt nach vorn. Wenn wir diesen Weg weiter gehen, können wir auch etwas erreichen”, sagt der Schlussmann. Die ganze Unruhe im Umfeld des Vereins schreckt ihn dabei nicht ab. „Jeder hat seine Aufgabe. Meine ist es, gute Leistungen zu zeigen. Den Rest kann ich eh nicht beeinflussen.”

Neben dem Aufstieg mit dem TSV hat Kiraly noch einen großen Traum im Hinterkopf — die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. „Wenn ich gebraucht werde bin ich zur Stelle”, sagt Kiraly, der sein letztes Länderspiel am 14. November 2012 gegen Norwegen bestritt.

Ungarn liegt in der WM-Qualifikation aktuell auf dem zweiten Rang der Gruppe D. Diese würde für die Relegationsspiele berechtigen. „Die nächsten zwei Spiele sind entscheidend”, sagt Kiraly. Am 22. März geht es gegen die punktgleichen Rumänen. Direkt danach folgt die Partie gegen den zweiten Verfolger aus der Türkei.

Kiraly und seine Schlabberhose am Zuckerhut? Das wäre noch einmal ein Highlight im Herbst seiner Karriere.

Die Geschichte, wie es überhaupt zu seinem Markenzeichen gekommen ist, erzählt Kiraly immer wieder gerne. Die erste bekam er bei seinem ungarischen Verein Haladás VSE. Dort waren die Torhüter eigentlich mit schwarzen Hosen ausgestattet, doch eines Tages waren diese Hosen für ein Ligaspiel nicht gewaschen. Es gab nur noch eine graue Schlabberhose. „Danach haben wir acht oder neun Spiele in Folge gewonnen und so den Klassenerhalt geschafft. Von da an dachte ich mir, dass es nicht so schlecht sein kann”, sagt Kiraly.

Ob mit oder ohne Schlabberhose – von denen Kiraly 20 Stück pro Saison verschleißt – so richtig schlecht war Kiraly in seiner Karriere noch nie. Im Gegenteil: In den Neunziger Jahren war er zu seiner Zeit bei Hertha BSC sogar mal der nach Noten beste Torhüter der Liga, er spielte in der Champions League und später auch in der Premier League.
Doch etwas fehlt ihm noch in seiner Karriere: Der Aufstieg mit den Löwen. Am besten noch 2013.

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