Weil ihre Verhüllungsaktion die Trümmerfrauen verunglimpfe, will ein Immobilienmakler die Politikerin Katharina Schulze vor Gericht sehen.

Altstadt - Erst Morddrohungen, jetzt  Strafanzeige: Nach der umstrittenen Protest-Aktion der Grünen-Politiker Katharina Schulze und Sepp Dürr am Trümmerfrauen-Denkmal am Marstallplatz ist jetzt eine Anzeige bei der Staatsanwaltschalt München eingegangen. Darin verlangt ein Immobilienmakler aus Miesbach, Katharina Schulze wegen der Aktion zu bestrafen.

Die Landtagsabgeordnete hatte zusammen mit ihrem Grünen-Kollegen Sepp Dürr den von Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) eingeweihten Gedenkstein für „Trümmerfrauen und die Aufbaugeneration" verhüllt. Auf dem braunen Tuch, das sie über das steinerne Denkmal stülpten, stand: „Den richtigen ein Denkmal. Nicht den Alt-Nazis. Gegen Spaenles Geschichtsklitterung.“

Die Aktion provozierte und sorgte für große Aufregung. In einer Facebook-Gruppe sprachen Rechtsradikale sogar Morddrohungen gegen die Politiker aus. Vor allem die junge Katharina Schulze wurde angegriffen.

Auf sie hat es nun auch der Erstatter der Strafanzeige abgesehen. Er wirft ihr vor, "das Andenken an die Trümmerfrauen zu verunglimpfen und sie in ihrer jeweiligen Persönlichkeit herabzusetzen." Damit habe sie Paragraf 189 des Strafgesetzbuches verletzt, nach dem die Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener mit bis zu zwei Jahren Gefängnis oder Geldstrafe bestraft werden kann.

Hinter der Strafanzeige steht ein Immobilienmakler aus Miesbach, Maurice I. Der mag offenbar den großen Auftritt: Auf seiner Webseite heißt es, er sei "der Bismarck unter den Maklern", weil er sich in seinen "Unternehmensgrundsätzen stets an dem Leitbild des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck" orientiere. Außerdem hat er ein Buch geschrieben und lässt sich in der Werbung dafür als "Starmakler, Hobbychirurg und Lebensphilosoph" bezeichnen.

Ob seine Anzeige Aussicht auf Erfolg hat, ist unklar. Die Staatsanwaltschaft München hat sich dazu bisher nicht geäußert.

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