Münchnerin erfindet Enkel und lockt Gauner in die Falle. Der Täter ist erst 17 – und gefasst.

Westend - In der Zeitung hatte die 63-Jährige von den fiesen Tricks der Enkeltrick-Betrüger gelesen. Als sich ein junger Mann telefonisch meldete, wurde die Moosacherin sofort misstrauisch. Ob sie nicht wisse, wer er sei, fragte der Anrufer. Geistesgegenwärtig erfand die Rentnerin einen Neffen namens Stefan. Prompt sprang der Anrufer auf den Namen an. Er sei ihr Neffe Stefan und brauche dringend 48000 Euro, um bei einer Versteigerung mitbieten zu können.

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Zum Schein ging die Münchnerin auf die Geschichte ein. Sie müsse zur Bank und das Geld abheben. Stattdessen verständigte die Rentnerin die Polizei. Die Beamten legten sich in der Katzmairstraße (Westend) auf die Lauer. Als es am Nachmittag an der Wohnungstür klingelte, schlug die Falle zu.

Die Polizei nahm einen 17-Jährigen fest. Alleine am Dienstag wurden bei der Münchner Polizei zwölf Fälle von versuchtem Enkeltrickbetrug angezeigt. Einem Rentner (73) aus Moosach wurden dabei die kompletten Ersparnisse geklaut – mehrere zehntausend Euro. In Taufkirchen im Waldviertel tauchte am Dienstag eine 31-jährige Rumänin mit ihren Töchtern (10 und 12) bei einem 91-Jährigen auf. Erst bettelte das Trio um Essen, dann wollten Mutter und Töchter etwas trinken. Dabei klaute eines der Mädchen 35 Euro aus dem Geldbeutel des Rentners. Die Mutter wurde von der Polizei gefasst. Die Töchter wurden dem Vater übergeben.