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Trendsportart Skibob "Königlicher Spaß - wie auf dem Motorrad"

Sebastian Schulke, vom 07.01.2012 00:00 Uhr
Auch auf dem Skibob kann der Wintersportler Pisten um München unsicher machen. Foto: AZ
Auch auf dem Skibob kann der Wintersportler Pisten um München unsicher machen. Foto: AZ

Im AZ-Vereinsporträt erklärt Waltraud Raab, Chefin des Skibobclubs Royal, wieso ihre Sportart so faszinierend ist – und wie Skifahrer reagieren, wenn ihnen die Gefährte auf der Piste begegnen

AZ: Frau Raab, Sie sind die erste Vorsitzende des Skibobclubs Royal. Was ist so königlich an Ihrem Verein?

WALTRAUD RAAB: Royal mag sich hochtrabend anhören, ist es aber nicht. Wir sind ein ganz einfacher und sehr familiärer Verein. Wir haben allerdings einen königlichen Spaß, wenn wir auf dem Skibob sitzen und die Piste herunterrasen.

Und dabei den einen oder anderen Skifahrer überholen?

Wenn die Piste nicht zu viele Buckel hat, können wir da schon mithalten. Aber die Geschwindigkeit ist nicht alles. Kurven sind eine besondere Herausforderung, weil man sie wie auf einem Motorrad fahren muss.

Dann ist ein Skibob ein Motorrad ohne Räder im Schnee?

Genau. Der Skibob selbst ähnelt zwar mehr einem Fahrrad mit kurzen Skiern. Der Fahrer selbst trägt auch kurze Bretter. Aber die Fahrtechnik ähnelt mehr dem Motorradfahren. Da kommt es weniger darauf an, seine Kanten einzusetzen, sondern auf eine gute Gewichtsverlagerung.

Sie veranstalten auch Rennen?

Das läuft wie bei den alpinen Skirennläufern: Abfahrt, Slalom, Riesenslaom und Parallelslalom stehen auf dem Programm. Genauso wie Welt- und Europameisterschaften, deutsche und bayerische Titelkämpfe als auch Weltcuprennen. Unsere Rennen werden allerdings nicht im Fernsehen live übertragen.

Skibob gilt als exotische Randsportart, ist nicht unbedingt etwas für die breite Masse.

Aber das mindert nicht den Spaß. Ganz im Gegenteil! Unser Hausrevier ist Ostin am Tegernsee. Da hängt man sich mit seinem Skibob an den Sessellift, fährt die Berge hoch und rast die Piste gleich wieder runter. Tiefschneefahren oder über Rampen springen ist auch angesagt, allerdings eher etwas für Fortgeschrittene.

Wie reagieren Snowboarder und Skifahrer, wenn sie einen Skibobfahrer auf der Piste sehen?

Ganz unterschiedlich. Manche halten Skibob für einen reinen Behindertensport, weil man nicht steht, sondern sitzt. Aber das ist natürlich extrem kurzsichtig. Der deutsche Weltmeister Stefan Bradl leidet ja auch nicht an einer Behinderung, nur weil er auf einem Motorrad sitzt. Bei uns kann jeder sein Glück versuchen und Gas geben. Wir bieten da auch kostenlose Schnupperkurse an.

Für Kinder und Erwachsene?

Natürlich. Jeder bekommt von uns einen Skibob zur Verfügung gestellt. Nach drei, vier Abfahrten kriegt man dann so langsam den Dreh heraus. Einfach anrufen, um einen Termin mit einem unserer Lehrwarte zu vereinbaren. Was man allerdings neben einer guten Winterbekleidung nicht vergessen sollte, ist ein Helm. Außerdem verleihen wir auch Skibobs.

Nur an Vereinsmitglieder?

Nein. Der Verleih ist speziell für Kinder und Erwachsene, die einmal auf etwas andere Art und Weise den Berg herunterrasen wollen. Und wenn einen dann der Skibob-Virus packt, freuen wir uns natürlich. Zumal wir gerade im Jugendbereich mehr Nachwuchs brauchen.

Ab welchem Alter kann man mit Skibob starten?

So zwischen acht und zehn Jahren hat man die entsprechende Körpergröße erreicht, um mit diesem Sport anzufangen.

Und was unternehmen Sie, wenn Schneemangel rund um Ostin und den Tegernsee herrscht?

Da fahren wir nach Kaprun auf den Gletscher, da können wir immer Vollgas geben.

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