Bayern ist sich mit dem BVB-Stürmer über die Eckdaten des Vertrags einig. Der Pole will noch von Guardiola das Ja-Wort hören. Und Gomez, gestern wieder nur Ersatz, lässt bereits Angebote prüfen.

WOLFSBURG/MÜNCHEN Es war ein Satz, mit dem er sich ein wenig entlarvte. Matthias Sammer, vor dem Anpfiff in Wolfsburg mal wieder zum bevorstehenden Transfer von Robert Lewandowski befragt, wiegelte erst ab und sagte, dass es nichts zu vermelden gäbe – bis er dann bei Sky mehrdeutig meinte: „Ich habe gesagt, was ich sagen musste und sagen wollte und was gesagt werden darf."

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Was gesagt werden darf. Wieder einmal machte gestern die Runde, dass sich Dortmunds Stürmer und der FC Bayern einig sind. Was ist dran? Die AZ kennt die Hintergründe.

Ja, der FC Bayern will Lewandowski. Mit aller Macht – und das schon im Sommer. Ja, der FC Bayern ist bereit, viel Geld zu bezahlen – 25 Millionen Euro. Und ja: Lewandowski will zu Bayern (die AZ berichtete). Diese Entscheidung hat er nach Bekanntwerden der Verpflichtung von Startrainer Pep Guardiola endgültig gefällt. Allerdings, und das ist ein entscheidender Punkt: Er möchte erst noch von Guardiola hören, dass der ihn als Nr. 1 im Sturm sieht. Guardiola, aktuell in den USA, aber will noch nicht mit Lewandowski reden – schon gar nicht vor dem Pokalspiel der beiden Klubs am 27. Februar.

Es fehlt also nur noch Peps Ja-Wort, dann trifft der Begriff „Einigung“, dessen Definition ja verschieden ausgelegt werden kann, zu hundert Prozent zu. Über Laufzeit, Gehalt und Vertragsmodalitäten jedenfalls herrscht nach AZ-Informationen tatsächlich Einigung. Schon vergangene Saison hatte Bayern in Person von Ex-Manager Christian Nerlinger bereits beim Polen vorgefühlt und sich mit dessen Beratern getroffen. Präsident Uli Hoeneß selbst ist der größe Lewandowski-Fan im Bunde der Bayern-Bosse.

Bleibt die Frage: Was bedeutet die Lewandowski-Entwicklung für Mario Gomez, den Stürmer, der ein üppiges Gehalt verdient, aber aktuell nur Ergänzungsspieler ist und auch am Freitag in Wolfsburg bis zur 82. Minute nur auf der Bank saß? Nicht ausgeschlossen, dass Gomez nächste Saison bei Atlético Madrid spielt, wo Stürmerstar Falcao das Weite sucht. Laut AZ-Informationen sondiert sein Berater bereits Angebote.

Mario Mandzukic hingegen ist derzeit über jeden Zweifel erhaben. Gegen Wolfsburg traf er per Super-Fallrückzieher zum 1:0. „Eigentlich brauchen sie keinen Stürmer mehr. Aber sie wissen ja auch, dass sie damit Dortmund schwächen, und damit ist ja dann auch wieder was erreicht“, sagt Wolfsburgs Manager Klaus Allofs bei Sky.

Bayern weiß: Sobald BVB-Manager Michael Zorc einen geeigneten Nachfolger für Lewandowski gefunden hat, geht der Wechsel über die Bühne. Gelingt Zorc es nicht, einen Top-Stürmer zu verpflichten, kann es sein, dass der Wechsel erst ein Jahr später klappt. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch gering, zumal der BVB weiß, dass er dem Polen, der schon 2012 weg wollte, bereits einmal eine große Chance verwährt hat. Noch einmal wird das nicht passieren.

 

 

 

 

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