Touren, Ausrüstung, Tipps Auf Münchens Hausbergen: Ab auf die Schneeschuhe!

Durch eine stille Landschaft stapfen: Da geht einem das Herz auf. Foto: dpa

Stapf, stapf, stapf: Durch den Schnee bergauf und bergab geht’s bei diesen drei Wanderungen – falls Sie mal aus der grauen Stadt hinaus ins Weiße wollen.

München - Mit tellergroßen Schuhen durch den unberührten Schnee stapfen – immer mehr Menschen entdecken diesen Sport für sich. So können auch Nicht-Skifahrer in Region, die bei Schnee nicht erreichbar sind und beim Winterwandern die Natur genießen.

Doch bevor Sie die Schneeschuhe anziehen, sollten Sie die Tipps des Deutschen Alpenvereins (DAV) unbedingt lesen und dann beherzigen, um mit möglichst wenig Risiko möglichst viel Natur zu erleben:

  • Vermeiden Sie Zeitdruck und steigern Sie die Intensität und Umfang Ihrer Touren langsam. Achten Sie auf Kraftreserven für den Abstieg.
  • Karten, Führerliteratur, Internet und Experten informieren über Lage, Höhendifferenz, Schwierigkeit und die aktuellen Verhältnisse. Lesen Sie den Wetterbericht, da starker Wind und schlechte Sicht das Unfallrisiko stark erhöhen.
  • Informieren Sie sich vor Antritt der Tour eingehend über die aktuelle Lawinen-Gefahrenstufe. Achten Sie besonders auf die Angaben zu den Gefahrenstellen und den Gefahrenquellen.
  • Passen Sie Ihre Ausrüstung den Verhältnissen an und achten Sie auf ein geringes Rucksackgewicht. Für den Lawinennotfall sind LVS-Gerät, Schaufel und Sonde Standard, ebenso Erste-Hilfe-Paket, Biwaksack und Mobiltelefon wichtig. Ein Airbag-System erhöht die Überlebenschancen.
  • Legen Sie regelmäßige Trinkpausen ein.
  • Entlastungsabstände von 10 m reduzieren die Belastung auf die Schneedecke. In Steilhängen kann man dadurch das Lawinenrisiko reduzieren. Sehr steile Hänge am besten einzeln begehen.
  • Stürze bedeuten für die Schneedecke eine große Zusatzbelastung. Gute Gehtechnik und eine dem Können angepasste Geschwindigkeit reduzieren das Risiko.
  • Kleine Gruppen ermöglichen gegenseitige Hilfe und verringern das Lawinen-Auslöse-Risiko. In der Gruppe zusammen bleiben.
  •  Zum Schutz der Natur: Keine Abfälle zurücklassen, Lärm vermeiden, Aufforstungsflächen nicht betreten, Schutz- und Sperrgebiete respektieren.

Und jetzt kann’s losgehen. Mit alpenvereinaktiv.com haben wir für Sie drei Touren erstellt, die Sie durch Schnee und über Gipfel führen.


Drei Tourenvorschläge


Die erst leichte Pistentour führt zur Kolbensattelhütte mit ihrer Sonnenterrasse.

Schwierigkeit: leicht
Strecke: 4,8 km
Dauer: 2:26 Stunden
Aufstieg: 417 m
Abstieg: 417 m
Bahn: Bushaltestelle: Oberammergau, Bahnhof. 9606 Garmisch-Partenkirchen - Oberammergau - Wieskirche - Füssen. Oder 9622 Oberammergau - Ettal - Linderhof (Schloss)
Zughaltestelle: Oberammergau Bahnhof Murnau - Oberammergau
Auto: A95, B23 über Ettal nach Oberammergau. Parkplatz Kolbensesselbahn

Der Aufstieg zur Kolbensattelhütte ist nicht zu verfehlen, da wir dem ausgeschilderten Skitourenlehrpfad folgen müssen, der am oberen Stufenparkplatz am Kolbensattel in Oberammergau beginnt. Dieser schlängelt sich meist am Rande der Piste nach oben. Wir laufen immer direkt neben der Aufstiegsspur der Skitourengehen, um die Spuranlage nicht zu zerstören. Im oberen Teil nach dem Tunnel geht die Tour hin und wieder durch den Bergwald. Der Abstieg erfolgt über die gleiche Route wie der Aufstieg.


In der Kirchsteinhütte bei den Rodlern wird eingekehrt. Ansonsten ist die Tour im Tölzer Land sehr ruhig und beschaulich.

Schwierigkeit: mittel
Strecke: 15,6 km
Dauer: 5 Stunden
Aufstieg: 679 m
Abstieg: 679 m
Auto: Von Bad Tölz oder Lenggries auf der Staatsstraße 2072 (linke Seite der Isar) bis Arzbach. Dort nach Westen in die Längentalstraße abbiegen. Kurz vor der Überquerung des Arzbaches ist der Parkplatz links.

Vom Startpunkt geht es vor dem Arzbach an einem Bogenschieß-Übungsplatz einen Forstweg nach rechts den Berg hinauf. Nach dem ersten steilen Stück wird es flacher und der Wald öffnet sich. An der Probstbauern- und Brunnlocher-Alm vorbei bis zur Lexenalm gehen. Von dort die Wiese nach rechts hinauf zum höchsten Punkt mit Aussicht auf die Benediktenwand nehmen. Hinab nach Südwesten bis zum Lexenhaus gehen. Dort geht’s hinab und über den Murnerbach bis zum Wanderweg, der südlich bis zur Melchersteffl-Alm führt. Dort rechts und später steil bis zur Sattel-Alpe.

Nun geht’s steil hinauf auf einem Forstweg Richtung Moosenbergkopf. Wenn man auf diesem Weg bleibt, gelangt man den Hang querend bis zur Kirchsteinhütte. Schöner, aber etwas schwerer zu finden, biegt man an der ersten Flachstelle der Forststraße links ab auf einen Forstweg, der sich schnell verliert. Der Weiterweg ist durch farblich markierte, im Boden steckende Rohre festgelegt. Allerdings muss man diese Rohre teilweise suchen. Bald wird es flacher, der Wald lichtet sich und man erreicht eine hochmoorartige Fläche mit Blick hinab ins Längental. Gefühlt biegt man rechts ab und gelangt über einen schwachen Rücken, leicht abfallend bis zur unbewirtschafteten Kirchsteinhütte. An dieser geht’s vorbei und zum Gipfel der Tour mit Kreuz und Bankerl zwischen Kirchsteinhütte und Längenberg-Alm 1.244 m).

Weiter geht es hinunter zur Alm, am Waldrand entlang nach Süden, bis links ein unscheinbarer Weg abzweigt, dem wir durch den Wald hindurch, steil hinab ins Längental, folgen. An der Hinteren Längental-Alm erreichen wir den Hauptweg im Längental und folgen ihm nach links. An der Brücke über den Arzbach müssen wir uns entscheiden. Für die Brotzeit auf der Kirchsteinhütte (dann dem Weg weiter für zirka 1 km folgen. Dienstag und Mittwoch Ruhetag.) oder gleich nach rechts abbiegen in Richtung Lenggries.

Nach der Pause in der Kirchsteinhütte geht es wieder zurück ins Längental bis zur Abzweigung. Dort links in Richtung Lenggries. Oberhalb des Arzbachgrabens verläuft der Weg eben und dann am Hang entlang in östlicher Richtung. Der Tiefengraben wird überschritten. Ab dann geht es mehr oder weniger nördlich, immer der verschneiten Forststraße entlang mit wenig Höhenverlust zurück zum Parkplatz. Dieser Abschnitt zieht sich etwas. Zwischendurch haben wir immer wieder Ausblicke ins Isartal und zum Zwiesel.

Zum Schluss geht es steil hinab zum Arzbach. Im Tal halten wir uns links und gehen am Bach entlang bis zur Brücke und darüber hinweg nach rechts zum Ausgangspunkt.


Rund um den Spitzingsee. Bei dieser mittelschweren Tour können zwei bis vier Gipfel bestiegen werden.

Schwierigkeit: mittel
Strecke: 11 km
Dauer: 5:30 Stunden
Aufstieg: 987 m
Abstieg: 986 m
Bahn: Mit der Bayerischen Oberlandbahn bis Fischhausen-Neuhaus. Von dort mit dem Bus 9562 zur Haltestelle Taubensteinbahn.
Auto: A8 München-Salzburg über Weyarn oder Irschenberg bis Neuhaus zum Spitzingsee, Parkplatz Taubensteinbahn

Vom Parkplatz Taubensteinbahn geht es die Piste hinauf. Am oberen Hangende gehen wir links, unter der Seilbahn hindurch und danach die Piste nach links verlassend über freie Hänge unterhalb des Wilden Fräuleins bis zur Schönfeldhütte, der ersten Einkehrmöglichkeit. Die Spur führt über die Schönfeldalmen bis unter die Benzingspitz, wo wir nicht auf den Gipfel gehen, weil das ein Schutzgebiet ist. Wir queren zum Jägerkamp (1.746m).

Zurück geht’s bis in den Benzingsattel und hinab zur Schnittlauchmoosalm. Ambitionierte Schneeschuhgeher erklimmen noch die Aiplspitz, die allerdings schwer ist. Wer mag, nimmt noch den Rauhkopf (1.689m) mit. Von der Schnittlauchmoosalm würde man einfach am Grat entlang zum Rauhkopf aufsteigen, um über die Skipiste bis zur Talstation des alten Schleppliftes abzusteigen. Der Direktabstieg vom Rauhkopf zum Taubensteinsattel ist im Winter gesperrt, weil er durch eine Wildruhezone führt.

Wir steigen jedoch von der Schnittlauchmoosalm über die freien Hänge hinab bis zur Talstation des alten Schleppliftes. Dann den Ziehweg nach links, bis wir in den Lochgraben kommen. Dort steigen wir beliebig den Hang hinauf bis in den Taubensteinsattel und zur Gipfelstation der Taubensteinbahn, der zweiten Einkehrmöglichkeit. Dann geht’s zum etwas steileren Taubenstein (1.692m). Für den sehr steilen Gipfelanstieg zieht man gegebenenfalls die Schneeschuhe aus. Wem es zu heikel ist, lässt den zweiten Gipfel einfach aus.

Nun nicht zurück zur Taubensteinbahn laufen, sondern gleich nach Südwesten in einen Graben steil hinabgehen, bis wir auf die Wiesen der Maxlrainer Alm kommen. An der Oberen Maxlraineralm können wir wieder einkehren. Beliebig hinabgehen über die Wiesen.

Am unteren Ende beim Skilift geht’s entweder rechts den Fahrweg hinab bis zur Unteren Maxlraineralm (leicht) oder ganz hinab bis zum Ende der Wiesen, durch einen Waldgürtel mit Gräben dazwischen bis zu einer letzten Wiese. Diese weiter hinab bis kurz vor dem Klausgraben stapfen.

Dort links bis zur Straße zum Rotwandhaus gehen. Dann geht’s rechts die Brücke über den Klausgraben und gleich links hinunter, an der Bergwachthütte vorbei zum Spitzingsee. Am Ufer geht es zurück zum Parkplatz.


Tipps zum Tourenplanen und zum Ausrüstungsverleih

Auf der Seite alpenvereinaktiv.com finden Sie unter dem Reiter "Touren/Winter/Schneeschuhwanderungen" Schneeschuhtouren in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Wenn Sie in die Karte zoomen, können Sie schauen, welche in Ihrer Nähe sind, sich über Gefahren informieren, die Anfahrt planen und Bilder sehen.

Wer nicht selbst eine Ausrüstung kaufen möchte, kann eine leihen. Hier etwa:
Der DAV vermietet Schneeschuhe ab 4,50 Euro, die man an den Servicestellen Isartor (29 07 09-0), Marienplatz (5517000) oder Gilching (551700680) ausleihen kann.
Der Anbieter Berghelden (Pötschenerstr. 49A, Gauting) vermietet Schneeschuhe im Set mit Stöcken für 15 Euro, Reservierungen an: schneeschuhe@berghelden.de.
www.activeoutdoor.eu aus Unterhaching vermietet Ausrüstung ab 11 Euro Euro pro Paar.

 

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