Keine Promis, keine Fans: Die Schauspielerin, die sich mit nur 42 Jahren das Leben nahm, soll ihre letzte Ruhe im Familiengrab der Eltern finden.

München - Keine Promis, keine Fans vergangener Tage: Ihren letzten Weg wird Silvia Seidel ohne Öffentlichkeit gehen. Die Münchner Schauspielerin soll in aller Stille beigesetzt werden. Das wünschen sich die Angehörigen und baten gleichzeitig um Diskretion.

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Am Grünwalder Friedhof wird die Beisetzung stattfinden – das kleine Urnengrab der Eltern wurde bereits geräumt, es soll ein neuer Platz für die ganze Familie gefunden werden.

Die Seidels hatten früher in Grünwald gewohnt – eine glückliche Familie waren sie nicht, schon Silvias Kindheit war schwierig. Das Verhältnis zum Vater war immer kompliziert gewesen, manche beschreiben ihn als sehr dominant. An ihrer Mutter hatte die Schauspielerin sehr gehangen. Sie litt wie später ihre Tochter unter Depressionen und nahm sich 1992 das Leben. Silvia Seidel hat dazu einmal gesagt: „Als ich meine Mutter verlor, bekam ich Angst vor dem Leben.“ Vor vier Jahren war auch der Vater gestorben.

Der Erfinder ihrer ersten Rolle „Anna“, Autor Justus Pfaue, erinnert sich an seine Hauptdarstellerin als Menschen, der weder am Filmset noch im Leben je Ellenbogen eingesetzt hat. „Silvia gab mehr Liebe, als sie annehmen konnte“, schreibt Pfaue in einem in der Berliner „B.Z.“ veröffentlichten Nachruf. Seidel sei liebenswert, filigran und nie arrogant gewesen. Er räumt aber auch mit dem Klischee auf, Seidel hätte nach „Anna“ keine Rollen mehr bekommen. „Sie bekam ja ständig Angebote. Aber Silvia hatte immer Angst, mit einer Rolle ihre Karriere zerstören zu können. Und im Zweifelsfall vertraute sie den Falschen“, schreibt er.

In späteren Jahren, so erinnern sich Weggefährten, hat sie wegen ihrer Depressionen immer wieder Rollen absagen müssen. Eigentlich hätte sie ab nächsten Montag für ein Theaterstück proben sollen. Stattdessen hatte sich Seidel in ihrer Münchner Wohnung mit nur 42 Jahren das Leben genommen.

 

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