Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [4.20/5]
Bilder

Todesdrama in Dachau Getöteter Staatsanwalt: Er gehörte zu den Besten

az, vom 12.01.2012 12:00 Uhr
Dramatische Szenen: Ärzte und Polizeibeamte bringen den schwer verletzten Staatsanwalt Tilman Turck aus dem Gerichtssaal in den Krankenwagen. Foto: dpa/oh
Siehe auch

Tilman Turck (†31) war einer der talentiertesten Juristen Bayerns, arbeitete an seiner Promotion und durfte zur Elite-Uni nach New York – für kleine Fälle war er sich trotzdem nicht zu schade.

MÜNCHEN - Er war jung und lebte für seinen Beruf. Jahrelang gab Tilman Turck im Studium, als Doktorand, bei Praktika oder bei Auslandsaufenthalten alles, auf ihn wartete eine glänzende Karriere als Jurist. Dann kamen die Schüsse von Dachau – und löschten alle seine Träume und Hoffnungen aus.

Tilman Turck gehörte zu den besten Jung-Juristen Bayerns. Der Student der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) schloss sein Erstes Staatsexamen im Jahr 2005 mit 12,58 Punkten, das entspricht der Note „gut” und ist bei Jura-Abschlussprüfungen ein äußerst guter Wert. Damit gehörte Turck zu den oberen zwei Prozent seines Jahrgangs. Auch sein Zweites Staatsexamen bestand er 2007 mit einem sagenhaften Ergebnis, mit 12,79 Punkten war er der Drittbeste von insgesamt 646 Teilnehmern.

Nach diesen beeindruckenden Noten schien auf Turck eine steile Karriere zu warten: Nach dem Examen war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Rechtsinstitut der LMU, schrieb an seiner Doktorarbeit. Thema: „Priorität im europäischen Insolvenzrecht”.

Vergangenes Jahr nahm er an einem Programm des renommierten Jura-Instituts der New York University in Manhattan teil. Die Privat-Uni gehört zu den besten 25 der USA. Dort machte Tilman Turck seinen „Master of Law”.


Erst an der Fifth Avenue, dann an der Arnulfstraße

Die USA und München waren wichtige Lebensmittelpunkte für ihn. Schließlich war Turck nach AZ-Informationen mit einer US-Amerikanerin verheiratet. Aus Liebe zog sie mit ihm nach München und arbeitet jetzt in den Büros einer großen international tätigen Kanzlei.

Auch in München selbst hatte Turck Familie, seine Mutter lebt in Schwabing. 2011 nahm der junge Hoffnungsträger seine Arbeit bei der Staatsanwaltschaft München II auf.

Sie ist für das Umland und einen großen Teil von Oberbayern – also auch für Dachau – zuständig. Statt in der Fifth Avenue in New York lief Turck auf einmal durch die Arnulfstraße am Hauptbahnhof, wo die Büroräume der Staatsanwaltschaft II liegen.

Auch die Gerichtsfälle, die er als Neuer betreuen musste, waren nur wenig glamourös. Im Juni 2011 etwa hatte Tilman Turck eine Verhandlung in Murnau. Es ging um eine Disco-Schlägerei.

Kommentare (5)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Anzeigen
JAN
13
09:22 Uhr, geschrieben von weynstain
@Knecht Ruprecht
Das hier ist ein Forum - keine Selbsthilfegruppe.
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
4
Kommentar bewerten
JAN
12
19:05 Uhr, geschrieben von Franke
De mortuis nihil nisi bene - Über die Toten nur Gutes! Das ist richtig so, trotzdem ist dieser Artikel
im Sinne tränendrüsendrückender Effekthascherei von bescheidenem Niveau! "... für kleine Fälle war er sich trotzdem nicht zu schade...": Was soll dieser Schwachsinn??? Der junge Mann war ungeachtet seiner unzweifelhaft glänzenden akademischen Reputation immer noch Berufsanfänger und fast jeder junge Jurist, der das Richteramt anstrebt, muss zum Beginn seiner Karriere erst mal zur Staaatanwaltschaft! Und als Berufsanfänger muss er sich dort auch erst hochdienen und zu Beginn muss er dann die "kleinen Fälle" übernehmen ob er will oder nicht! Abgesehen davon darf diesem Täter für eine solch sinnlose Tat keinerlei Verständnis entgegengebracht werden! @Knecht Ruprecht: Müssen Sie eigentlich immer Ihrer tiefausgeprägten Antipathie gegen Juristen freien Lauf lassen?
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
3
Kommentar bewerten
JAN
12
16:53 Uhr, geschrieben von Knecht Ruprecht
trotzdem
darf nicht vergessen werden, wieviele Hoffnungen und Traeume von der Justiz ausgeloescht wurden. Und die wird nichtmal bestraft fuer ihr Treiben. Gerade die -Elite- unserer Juristen ist an Arroganz, Ignoranz und Eitelkeit ein schlechtes Beispiel fuer unsere Gesellschaft.
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
-13
Kommentar bewerten
Kommentar-Seite
vorherige
1  von  2
nächste
Extremschwimmer gibt bei Bodensee-Durchquerung auf
Bilder Ohne Neoprenanzug und ohne Pause durch den Bodensee: Extremschwimmer Bruno Dobelmann musste aufgeben. Sehen Sie hier die skurrillsten Rekorde in Bildern.
Blutiger Disco-Streit nach Tanz im BH
[Kommentare 2] Frauen-Prügelei in einer Disco in Augsburg: Einer Eine 29-Jährige ärgert sich über den halbnackten Auftritt einer Frau. Am Schluss gab's eine Platzwunde.
Die AZ-Top-Bilder
mehr Bilder mehr Bilder
Anzeigen & Verlagsbeilagen zum Durchklicken
 
Das München-Wetter
 
 
Anzeige
Nachrichtenticker
13:02   Bahr gegen Druck in Kliniken zulasten der Patienten
12:55   Brad Pitt ohne Angelina Jolie in Cannes
12:53   OECD warnt vor konjunkturellen Abwärtsrisiken - Deutschland stark
12:15   Prinzessin Estelle in Stockholmer Schlosskirche getauft
12:12   Prozess um verbrannte Mädchen - Gericht lehnt zweites Gutachten ab
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Interaktiv
  • Umfrage
Start_dpa

Edmund Stoiber setzt sich nach dem Düsseldorf-Skandal erneut für Sicherheitszäune in Stadien ein - der richtige Ansatz?

 
Ja, nur so kann man die Chaoten unter den Fans kontrollieren.
Nein, das ist ein Rückfall in alte Zeiten - die Fans dürfen nicht "eingesperrt" werden.
Es muss sich etwas im Fanverhalten ändern - aber das ist die falsche Maßnahme.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Meist kommentiert
  • Neueste Artikel
  • Facebook
  • Twitter
Video
Börse und Finanzen

 

Der tägliche Super Deal der AZ