Bergdrama auf der Zugspitze. Schlecht ausgerüstet will ein Paar aus China am Sonntag auf Deutschlands höchsten Berg. Am Abend ruft ein 23-Jähriger per Handy um Hilfe. Zu diesem Zeitpunkt ist seine Begleiterin bereits abgestürzt. Die 24-Jährige ist tot.

Garmisch-Partenkirchen - Es begann als harmlose Klettertour – und wurde zum Höllenritt: Am Sonntagabend stürzte eine Wanderin, die auf einem Klettersteig östlich des Zugspitz-Gipfels unterwegs war, 500 Meter in den Tod.

Der tragische Unfall ereignete sich auf einer Höhe von 2862 Metern, nur knapp hundert Meter unterhalb des Gipfels. Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass die Frau bei Dunkelheit und Schneefall die Orientierung verloren hatte.

Die junge Chinesin, die aus München kam, war bereits in den frühen Morgenstunden mit ihrem ein Jahr jüngeren Begleiter Richtung Gipfel aufgebrochen. Der schwierige Aufstieg über das Höllental dauert im Normalfall bis zu sieben Stunden und ist nichts für schwache Nerven. „Diese Route ist was für erfahrene und konditionierte Bergsteiger“, sagt Willi Kraus von der Bergwacht in Grainau. Er leitete die Bergung der Verunglückten.

Warum die beiden chinesischen Staatsbürger ausgerechnet den schwersten Weg auf dei Zugspitze wählten, ist ihm ein Rätsel. „Die waren überhaupt nicht ausgerüstet: Kein Seil, kein Helm und nur in Turnschuhen.“ Die Spitze erreichten die beiden Wanderer erst nach Einbruch der Dunkelheit, zu spät um die letzte Bahn ins Tal zu bekommen. „Sie haben sich in der Zeit verschätzt“, vermutet der Bergwachtler.

Den Spekulationen, dass die Wanderer im Gipfel-Haus des Deutschen Alpenvereins übernachten wollten, schenkt Kraus wenig Glauben. „Die wollten abends wieder heimfahren“. Das habe ihm der Freund der Toten noch berichtet. Er sei total unter Schock gestanden und habe nur ein paar Brocken Englisch gesprochen.

Die Meldung, dass eine Person im Berg hängt und nicht weiter kommt, ging am frühen Abend bei der Bergwacht vor Ort ein. Anfangs ging niemand von einem tödlichen Absturz aus. Erst als die Bergwachtler am Ort des Geschehens eintrafen, berichtete der geschockte Begleiter vom Absturz seiner Freundin. Das war um 21 Uhr.

Eine Stunde später, traf der erste Hubschrauber aus München ein. Mit einer Wärmebildkamera wurde die Umgebung nach der Vermissten abgesucht. Man entdeckte sie am Rande einer lange Steilwand.

Die 24-Jährige war 500 Meter tief gestürzt und auf den Höllentalferner gefallen. Ein zweiter Hubschrauber mit einer Winde musste angefordert werden. Eine weitere Stunde verging. Als schließlich ein Arzt zur Unglücksstelle auf der Zugspitze gelangte, konnte dieser nur noch den Tod der Chinesin feststellen. Ihre Leiche wurde geborgen.