Der Akita-Hund "Hachiko" muss sterben, weil er beim Gassigehen einen Giftköder gefressen hat. Eine Familie trauert – und fragt: Wer macht sowas?

Fürstenried - Hachiko lebt nicht mehr. Am Montagnachmittag, Punkt halb vier, hat das Leiden des geliebten Familienmitgliedes in der Tierklinik Haar ein Ende gefunden. Der Akita-Hund, der seinen Namen dem gleichnamigen Hollywood-Streifen mit US-Schauspieler Richard Gere verdankt, musste eingeschläfert werden. Hachiko hatte einen Giftköder gefressen.

Besitzer Ivan K. ist am Boden zerstört: „Ich wollte erst noch Geld für verschiedene Klinik- Behandlungen auftreiben, weil ich so sehr gehofft habe, ihn noch irgendwie retten zu können. Aber da war es schon zu spät.“ Die Tragödie um den erst 16 Monate alten Hachiko, den die Töchter liebevoll „Hachi“ genannt haben, begann vor einer Woche.

Beim Gassigehen im Umkreis der Forst-Kasten-Allee und der Kleingartensiedlung am Rudolf-Kammerbauer-Weg in Fürstenried muss der Hund das Gift aufgenommen haben. „Ich habe es leider nicht gemerkt. Sonst hätte ich ja viel schneller handeln können“, sagt der 44-jährige Besitzer. Eine prekäre Situation: Weil Ivan K. nichts Ungewöhnliches beobachtet hatte, fiel sein Verdacht erst gar nicht auf eine Vergiftung des Hundes.

Nach dem Spaziergang dauerte es nicht lange, und Hachiko ging es täglich schlechter. Ivan K. sagt: „Ich wurde skeptisch, weil er plötzlich viel mehr gesabbert und gewinselt hat und immer wieder niesen musste“. Deshalb fuhr der Besitzer mit seinem Liebling vergangene Dienstagnacht in die Starnberger Tierklinik und ließ den Hund untersuchen. Weil der Magen auffällig aufgebläht war, verabreichten die Ärzte Tabletten.

Ohne Erfolg, am Donnerstag brach das Tier zusammen. „Es war entsetzlich. Er ist immer mehr abgemagert, in sich zusammengesackt und hat die Hinterläufe nur noch am Boden entlang geschleift“, erinnert sich das Herrchen. In der Tierklinik in Haar dachten die Ärzte zunächst, es sei ein Bandscheibenvorfall, was bei dieser Haltung durchaus möglich ist. Nach zwei Blutproben stand jedoch fest: Es war ein Giftköder im Spiel. Ivan K.: „Die Ärzte haben auf Rattengift getippt. Ganz genau konnten sie es nicht mehr feststellen.“

Die ganze Familie ist todtraurig. Am schlimmsten trifft der Verlust aber die beiden Töchter, die sechsjährige Annete und die elfjährige Annika. Ivan K.: „Wir vermissen unseren Hachi – da gehen Kinderträume kaputt. Besonders schwer fällt es meiner älteren Tochter, sie trinkt kaum und bekommt keinen Bissen mehr herunter. Sie konnte heute einfach nicht zur Schule gehen“.

Der Familienvater versteht die Welt nicht mehr: „Er war wie ein knuffiges Stofftier, total kinderlieb und brav. Sie konnten ihn sogar am Schwanz zupfen und er hätte nie gebissen. Wieso macht einer sowas?“ Bislang war Hachiko immer ein Glückpilz: Schon einmal hatte er einen Gift-Köder in der Appenzellerstraße überlebt. Diesmal überlebte er die Gift-Attacke nicht.