Tipps Die Ironie des Augenblicks

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In München schaut der Künstler gern persönlich vorbei: Elliott Erwitt vor seiner Serie "Dogs" in der Galerie Stephen Hoffmann. Foto: Sigi Müller

Die Münchner Galerie Stephen Hoffman präsentiert Fotografien von Elliott Erwitt.

Lächeln Sie doch bitte kurz in die Kamera“, sagt der AZ-Fotograf zu Elliott Erwitt. Der antwortet: „Ich lächel’ nur, wenn’s was zu lachen gibt.“ Das passt zu ihm. Der wortkarge Künstler liebt die Ironie. Und er mag Kinder und Hunde. Ein fünfjähriger Bub richtet seine Digitalkamera auf ihn. Der Achtzigjährige bemerkt den Knirps und schenkt ihm ein warmherziges Lächeln. Doch reden wird Erwitt auf der Vernissage in Stephen Hoffmans Galerie wenig. Der Mann mit dem begnadeten Blick lässt lieber seine Bilder sprechen. Kein anderer fängt alltägliche, groteske Momente voller Ironie und Magie so ein wie er. Es ist ein Sekundenbruchteil, nur einen Atemzug lang, in dem Erwitt einzigartige Schnappschüsse gelingen.

Galerist Stephen Hoffman: „Die Ausstellung ist eine ganz persönliche und faszinierende Hommage an den großen Elliott Erwitt, der in seinem Medium eine wunderbare Bildsprache für das ,Detail des Augenblicks’ gefunden hat.“ Bis zum 24. Dezember präsentiert Hoffman – anlässlich Erwitts 80. Geburtstags – ausgewählte Originalfotografien des berühmten Künstlers.

Seine Bücher „Dogs“, „New York“ und „Personal Best“ geben einen beeindruckenden Überblick über seine Arbeit und seine feinsinnige Weltsicht. Vor 80 Jahren kam er in Paris zu Welt. Er lebte in Italien, Frankreich und New York. Mit 20 zog er mit der Kamera durch Europa – der Beginn seiner professionellen Arbeit als Fotograf.

1950 traf er die einflussreichen Fotografen Edward Steichen und Robert Capa. Sie erkannten und schätzten sein Talent. Erwitt wurde Teil der Agentur „Magnum“ in New York und Paris, 1968 Präsident von „Magnum New York“. Nebenher produzierte er Kurzfilme und führte erfolgreich Regie. Vor einem Jahr wurde er in New York für sein Lebenswerk mit dem Lucie Award geehrt.

Den Trubel in Hoffmans Galerie kann er nicht ganz verstehen. Gutmütig signiert er ein Buch nach dem anderen. „Lieber mag ich die Münchner Museen“, verrät er der AZ – und lächelt.

Galerie Hoffman, Prannerstr. 5. Die Ausstellung läuft bis 17.Januar 2009, Öffnungszeiten: Di. bis Fr. 11-13 und 14-19 Uhr, Sa. 11- 16 Uhr, Tel.:25 54 08 44 oder www.galeriehoffman.com

Dorina Herbst

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