Vergiftete oder mit Nägeln und Rasierklingen gespickte Köder – immer wieder machen Tierhasser damit Jagd auf Hunde. In Niederbayern ist jetzt ein Hund verendet, nachdem er mit Pflanzenschutzmitteln versetztes Futter gefressen hatte. Die Polizei ermittelt.

Neureichenau – Hundebesitzer müssen derzeit in Niederbayern besonders auf ihre geliebten Vierbeiner aufpassen. Immer wieder legen Tierhasser vergiftete oder mit Nägeln und Rasierklingen gespickte Köder aus. In Neureichenau (Landkreis Freyung-Grafenau) ist nun ein Hund verendet, nachdem er mit Pflanzenschutzmitteln versetztes Futter gefressen hatte. Als die Besitzer im Urlaub waren, hatte ein Unbekannter den vergifteten Köder über den Zaun geworfen. Die Tochter habe die sterbende Bulldogge entdeckt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der Hund starb wenig später in einer Tierklinik.

Eine zweite Bulldogge, die weniger von dem vergifteten Köder gefressen hatte, erlitt Verätzungen am Kopf. „Noch ist nicht sicher, ob der Hund erblindet und wir ihn einschläfern müssen“, sagte die Besitzerin Traudi Barz. Der Vorfall hatte sich bereits vergangene Woche ereignet. Die Besitzer hatten zunächst nicht an einen Giftanschlag gedacht. „Die Tierklinik hat uns dann den Hinweis gegeben, dass es sich um eine sehr hohe Giftdosierung gehandelt hatte“, erläuterte Barz. Inzwischen ermittelt die Polizei wegen eines Vergehens nach dem Tierschutzgesetz.  

Erklären kann sich die Hundebesitzerin die hinterhältige Attacke nicht. „Die beiden kleinen Hunde sind ständig im umzäunten Gelände, und es gab nie Beschwerden von den Nachbarn“, sagte Barz. Auch habe es zuvor keine Drohungen gegeben.  

Im August hatten sich bereits zwei ähnliche Fälle in Niederbayern ereignet. Vor einer Woche hatte in Landshut ein Hund vergiftete Würstchen gefressen, überlebte jedoch, nachdem ihm der Magen ausgepumpt worden war. Anfang August hatte im Raum Passau ein Unbekannter Fleischstücke mit Nägeln und Rasierklingen gespickt und einer Hundebesitzerin in den Garten geworfen. Die Frau konnte die gefährlichen Leckerbissen entsorgen, ehe ihr Hund sie entdeckte.

„Leider nehmen solche Attacken in jüngster Vergangenheit zu“, sagte die Präsidentin des Bayerischen Tierschutzbundes, Nicole Brühl, in Starnberg. Neben abgelegenen Häusern seien immer wieder öffentliche Parks Orte der perfiden Anschläge. „Wir können an die Hundebesitzer nur appellieren, die Augen aufzuhalten und verdächtige Köder sofort zu melden.“ Brühl betonte, dass die Köder nicht nur für Tiere gefährlich sind. „Die Hundehasser nehmen in Kauf, dass auch neugierige Kinder die Köder anfassen oder in den Mund nehmen.“