Am Tag danach beginnt die Aufarbeitung. Die belgischen Medien reagieren bestürzt bis kämpferisch auf die Gräueltaten in Brüssel. Eine Auswahl.

Brüssel - Der Schock der Terroranschläge sitzt tief in Belgien. Die Kommentare in den Zeitungen schwanken am Tag danach zwischen Fassungslosigkeit und Durchhalteparolen. Ein Überblick in Zitaten:

 

"La Dernière Heure"

 

"13. November 2015 - 22. März 2016. 130 Tage sind vergangen. Der gleiche Horror. Der gleiche blinde und mörderische Hass."

 

"De Tijd"

 

"Sicherheitsmaßnahmen allein sind nicht genug. Bloße Gebärden der Macht sind selbst eine sehr ohnmächtige Waffe. (...) Jugendliche, die mit den "Syrienhelden" sympathisieren, die Abdeslam und anderen Terroristen einen Star-Status zumessen - das ist ein immenses Gesellschaftsproblem. Wir kriegen den Terrorismus nur klein, wenn die ganze Gemeinschaft, die Muslime eingeschlossen, sich hinter eine Herangehensweise schart. Mit Polarisierung kommen wir nicht voran."

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"De Morgen"

 

"Losgelassene Jugendliche mit einem Bein in der Kriminalität dürfen nicht glauben, dass sie in der Nachfolge der Abdeslams und Abaaouds eine zweite und heldenhaftere Karrierechance haben. (...) Den Zustrom (zum IS) können wir nur dann effektiv stoppen, wenn wir diesem Typ Jugendlichen vor allem auch eine Alternative bieten können zum Gefühl der Entwurzelung und Entfremdung."

 

"Le Soir"

 

"Der Lärm hört nicht auf, er kommt aus allen Richtungen und er überzieht die Stadt wie eine offene Wunde. Krankenwagen, Feuerwehrautos und Polizeifahrzeuge (...) heulen sich mit Blaulicht ihren Weg frei. Die Menschen halten an und schauen, wie betäubt. Ihre Augen sind leer. Sie wissen, dass das alles wahr ist. Sie wissen auch, dass sie es wussten: Dass es passieren würde, dass es passieren musste."

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"La Libre Belgique"

 

"Man hatte sich letztlich an die gedrückte Stimmung gewöhnt, hoffend, dass die Terroristen auf weitere kriminelle, sinnlose, barbarische und blutige Taten verzichten. Oder hoffend darauf, dass sie neutralisiert werden. (...) Aber nein: Brüssel ist direkt ins Herz getroffen worden. Unschuldige sind tot. Sie wollten in den Urlaub oder kamen zurück, sie waren unterwegs zur Arbeit oder zur Schule. (...) Dieses Blutbad erinnert uns grausam und schmerzhaft daran, dass der Kampf gegen den Terrorismus niemals zu Ende sein wird."

 

"Sudpresse"

 

"Dieses Datum, das dieser schrecklichen, abscheulichen und feigen Anschläge (...), wird einen deutlichen Einschnitt in die Geschichte unseres Landes darstellen."

 

"Gazet van Antwerpen"

 

"Wir sind im Krieg, und ein Krieg erfordert spezielle Maßnahmen. Aber lasst uns diesen Krieg in Gemeinsamkeit führen. (...) Wir kämpfen gegen Terroristen und gegen Fanatiker, die eine Religion missbrauchen, um die Gesellschaft zu zerstören. Und wir kämpfen für eine freie und friedliche Welt. Das muss das Ziel sein, wie mühsam der Weg dorthin auch noch sein mag."

 

"Sudpresse"

 

"Die Belgier haben gerade immer dann das Beste aus sich herausgeholt und das Land gerettet, wenn sie mit schwierigen Situationen konfrontiert waren - als sie sich dem Nationalsozialismus stellen mussten und dem politischen Terrorismus der extremen Rechten und Linken. Auch wenn Belgien heute verwundet ist, steht es noch immer aufrecht, und es wird ein weiteres Mal über Obskurantismus und mörderischen Fanatismus triumphieren."

 

"L'Avenir"

 

"Es ist ein kleiner Satz, aus dem unser Land seine Devise gemacht hat: 'Einigkeit macht stark.'"