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Teambank Neuer Chef, altes Tempo

Winfried Vennemann, vom 10.05.2011 20:33 Uhr
Seit 1. Januar an der Spitze der Teambank: Alexander Boldyreff (43). Foto: Teambank
Seit 1. Januar an der Spitze der Teambank: Alexander Boldyreff (43). Foto: Teambank

NÜRNBERG Alexander Boldyreff (43) ist als Nachfolger Theophil Grabands an der Spitze der Teambank in große Fußstapfen getreten – und fühlt sich darin offenbar pudelwohl. Er trat sein Amt am 1. Januar an, insofern waren die Zahlen für das Jahr 2010, die er gestern vorstellte, noch das Werk seines Vorgängers: Demnach ist das Nürnberger Geldhaus fünfmal schneller gewachsen als die Konkurrenz. So stieg der Kredit-Bestand um zehn Prozent auf 6,2 Milliarden Euro, die Zahl der Kunden wuchs um sechs Prozent auf 521.000.

Vor Steuern verdiente die Bank fast 85 Millionen Euro – ein Plus von 67 Prozent. Unter dem neuen Chef soll’s im gleichen Tempo weitergehen – die Zahlen fürs erste Quartal 2011 deuten auch darauf hin. Helfen soll dabei auch die so genannte easyCredit-Card – das ist eine Kreditkarte, die dem Kunden einen festen Kreditrahmen von maximal 15.000 Euro einräumt. Dabei wird festgelegt, ab welchem Betrag das Geld nicht wie üblich vom Girokonto abgebucht, sondern automatisch in einen Ratenkredit umgewandelt wird. So soll verhindert werden, dass die Kunden unkontrolliert in die Schulden rutschen. Inzwischen haben sich so 19.000 Kunden einen Kreditrahmen von 125 Millionen Euro eingeräumt.

Die Zukunft sieht Boldyreff weiter bei den Volks- und Raiffeisenbanken, bei denen die Teambank über 90 Prozent ihrer Ratenkredite vertreibt. Die Genossenschaftsbanken kassierten dafür im letzten Jahr 148,5 Millionen Euro Provisionen. An die Konzern-Mutter DZ-Bank überwiesen die Nürnberger 50 Millionen Euro Gewinn. Nicht zufrieden ist der neue Teambank-Boss damit, dass 3,8 Millionen Kunden der Genossenschaftsbanken ihre Ratenkredite bei Fremdbanken abgeschlossen haben. Das liege daran, dass dieses Geschäft vor dem easyCredit von den Genossenschaftsbanken nicht aktiv betrieben wurde, so Finanzvorstand Christian Polenz. Außerdem kämen Wettbewerber bei Kundenkrediten in Verbrauchermärkten zum Zuge. Dieses Kundenpotenzial gelte es zu heben, so Boldyreff.

Kommentare (1)
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SEP
08
21:23 Uhr, geschrieben von U. Görlich
Neuer Chef, altes Tempo und neue Herbstaktion 2011.
Zu Easy Kredit startet neue Vertriebsaktion ab Herbst 2011. Ich halte dieses Produkt für eine reine Abzocke. Easy Kredit gehört zu 91% der DZ-Bank. Dieses ist der Dachverband der Volksbanken. Also wird dieses Produkt auch hauptsächlich von den Volksbanken angeboten und den Kunden der Volksbank suggestiert, sobald ein Dispo-Konto über einen längeren Zeitraum überzogen wird. Diese Kunden werden dann an Easy Kredit weitergeleitet. Hauptsache die Volksbanken haben ausgeglichene Konten und können zusätzlich noch hohe Provisionen verdienen. Dabei wäre eine vernünftige Beratung der Volksbank für den Kunden viel billiger, als die Option einen Kredit bei Easy-Kredit aufzunehmen. Dann noch eine oder mehrere Versicherungen und der effektive Jahreszins steigt gewaltig an. Dieses wird aber nicht ausgewiesen, da hier eine Lücke im Verbraucherschutzgesetz schamlos ausgenutzt wird, nämlich das die Restschuldversicherung nicht in den eff. Jahreszins eingerechnet werden muss. Somit kann der eff. Jahreszins wesentlich bis wucherisch höher sein als der eff. Jahreszins für den Dispo. Dieses lässt sich aber leicht mit einem Kreditrechner aus dem Internet nachrechnen. Das wird wohlweislich bei der Beratung verschwiegen. Der effektive Jahreszins soll den Kunden die Möglichkeit des Vergleichs bei Krediten geben. Und sollte der Kunde wieder an die Grenzen des Dispos angelangt sein, wird ein neuer Kredit vereinbart und der alte wird in den neuen mit einbezogen, also einen sogenannten Kettenkredit. Das lässt die Vermutung aufkommen, das die Volksbanken Easy Kredit als "Bad-Bank" für ihre Kunden nutzen. Wie sonst kann das Geschäft der Volksbanken mit Easy Kredit im Jahre 2010 um 10% steigen, wo doch andere Banken ihr Geschäfte mit Krediten nur um 2% steigern konnten. Und das wäre eindeutig gegen das ursprüngliche Prinzip der Volksbanken, und den Gedanken des Herrn Raiffeisen.
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