Taxi rammt Reisebus Horror-Crash am Mittleren Ring: 23-Jährige stirbt

Nina Job, 21.10.2012 16:30 Uhr

Ein Taxi rast in einen Bus. Die beiden Autos gehen auf dem Georg-Brauchle-Ring in Flammen auf. Eine Frau stirbt, eine 17-Jährige schwebt noch in akuter Lebensgefahr.

Neuhausen - Für vier junge Leute endet eine Taxifahrt in der Nacht zum Sonntag in einer Katastrophe. Eine 23-Jährige wird tödlich verletzt, eine 17-Jährige schwebt in Lebensgefahr. Ihre Begleiter, zwei junge Männer (18, 19 Jahre alt) liegen schwer verletzt im Krankenhaus. Auch der Taxifahrer ist in einer Klinik.

Anzeige

Die beiden jungen Frauen und ihre Begleiter wollten sicher nach Hause kommen – deshalb waren sie in ein Taxi gestiegen. Die Frauen setzten sich mit einem ihrer Begleiter nach hinten. Der vierte nahm vorne beim Fahrer (58) Platz. Zumindest von den beiden jungen Frauen gilt als sicher, dass sie sich in dem Taxi, einem Mercedes-Kombi, nicht anschnallten.

Der verheerende Unfall geschieht auf dem Georg-Brauchle-Ring stadteinwärts an der Abzweigung zur Landshuter Allee kurz vor der Brücke über die Dachauer Straße.

Während das Taxi mit den jungen Leuten in Richtung Innenstadt unterwegs ist, muss vor ihnen ein Busfahrer auf dem Georg-Brauchle-Ring anhalten. Der 34-Jährige merkt, dass es aus dem Heck seines leeren Omnibusses qualmt. Dann, vermutlich noch während der Fahrt, fällt auch die Elektronik aus. Die elektronische Anzeige, das Licht – nichts funktioniert mehr. Unmittelbar nach der Ausfahrt zur Landshuter Allee bringt der Fahrer den Bus an der rechten Fahrspur zum Stehen.

Der junge Mann steigt aus, sucht nach dem Warndreieck und will gerade ein Stück zurück gehen, um sein Pannenfahrzeug abzusichern, als das Taxi heran rast.

Warum sieht der Taxifahrer den Bus nicht? Die Unfallstelle ist mit Flutlichtern hell ausgeleuchtet. Auch der Nebel, der abends aufgezogen war, ist zu diesem Zeitpunkt in Neuhausen nicht mehr so stark, als dass er die Sicht stark behindern würde. Ist es der Rauch, der aus dem Heck des Busses aufsteigt? Oder ist der Taxifahrer abgelenkt, weil er mit etwas anderem beschäftigt ist?

Auf dem Mittleren Ring ist an dieser Stelle Tempo 60 erlaubt. Laut Polizei prallt das Taxi ungebremst auf den stehenden Bus.

Als die Feuerwehr am Unglücksort eintrifft, brennen der Bus und das Taxi bereits lichterloh. Die vier Fahrgäste und der Taxifahrer liegen unweit der beiden Fahrzeuge auf dem Boden. Der Busfahrer und Ersthelfer haben die Verletzten aus dem Taxi befreit.

Die beiden Frauen haben schwerste Kopfverletzungen. Die 23-Jährige atmet nicht mehr. Sie kann zunächst noch reanimiert werden. Doch sie stirbt wenig später im Krankenhaus. Die 17-Jährige schwebt in akuter Lebensgefahr, hieß es gestern.

Der Busfahrer steht unter Schock. Er wird von Mitarbeitern des Kriseninterventionsteams betreut. Die Unfallstelle muss in beiden Richtungen für fast vier Stunden gesperrt werden. Der Verkehr wird umgeleitet. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf 150.000 Euro.

Anzeige
Kommentare (17)
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
OKT
22
Schnäuzi, 13:47 Uhr

Unfall mit Taxi

Als langjähriger Taxiunternehmer, betrifft dieser Unfall das ganze Gewerbe. Es gibt sicherlich keinen Fahrer, der grenzenlos durch die Stadt rasen kann, da gibt es schon jetzt genügend Kontrollen. Ebenso gibt es keinerlei besondere Rechte für Taxifahrer, ganz im Gegenteil die Gerichte gehen immer von einer besonderen Sorgfallspflicht im Fahrbetrieb aus. Wir wissen nicht wie es zu dem Unfall kam, dies wird sicherlich von einem Gutachter aufgeklärt werden, alles andere wäre Spekulation. Mein Mitgefühl ist bei den Opfer dieses schweren Unfall

OKT
22
Mr. Compassion, 12:23 Uhr

Mitgefühl

Ergänzend zu meinem ersten Kommentar möchte ich für die, die immer noch nicht kapiert haben was Mitgefühl bedeutet und auf die 'schlechten Taxifahrer' insbesondere auf den Unfallfahrer schimpfen, hinzufügen, dass nicht alle Taxifahrer rasen etc. sondern, dass sich auch viele Taxifahrer sehr rücksichtsvoll und sozial verhalten und unentgeltlich, z.B. Senioren und Behinderten im Rahmen ihrer Tätigkeit und manche sogar darüber hinaus, behilflich sind. Also bitte nicht alle Taxifahrer in einen Topf schmeissen. Und sollten Sie mal in einem Taxi unterwegs sein und mit der Fahrweise eines Fahrers nicht einverstanden sein, haben Sie Mut, und machen Sie ihn, auf FREUNDLICHER Weise, darauf aufmerksam, dass er verantwortungsvoll fahren soll. Das hilft, und ist besser als gleich nach der Polizei zu schreien oder nichts zu sagen. Denn das ist auch verantwortungslos und, entweder feige, oder der Versuch, die Verantwortung an die Polizei abzutreten. Denn Mitgefühl bedeutet auch Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, Mut zu haben und nicht nur unbedacht den Mund aufzureissen.

OKT
22
claudia, 08:06 Uhr

Horror crash

UNGLAUBLICH. Wen interessiert denn die Hoehe des SACHSCHADENS, wenn eine oder vielleicht sogar zwei Personen sterben. Es ist nicht zu fassen

Kommentar-Seite 1  von  6