Tanz mit dem Rollator Das Tanzbein mal anders schwingen

Der Rollator kann nicht nur als Gehhilfe genutzt werden, sondern auch in den Tanz integriert werden. Foto: dpa

Aus den Niederlanden stammt die Idee Gehhilfen mit in den Tanz einzubauen. Bewegungsabläufe werden angepasst und so kann eine Sportform in der Gruppe neu aufleben.

München - Welcher Tanzpartner spricht nicht, tut genau, was man ihm sagt und tritt nicht auf die eigenen Füße? So viel sei verraten, er hat Räder. Wenn frühere Sportarten zu gefährlich oder beschwerlich werden, ist tanzen mit dem Rollator eine gute Alternative. Statt mit Bällen, Kugeln, Schlägern, Bändern oder Turngeräten wird nun mit anderen Gegenständen Sport getrieben.

Die Idee den Rollator in den Tanz zu integrieren, stammt aus den Niederlanden. Seitdem gibt es immer mehr Kursangebote in Seniorenheimen oder Tanzschulen. Der Allgemeine Deutsche Tanzlehrerverband hat den Bedarf der zwei Millionen Rollator-Benutzer entdeckt und die Aktion „Rollator-Tanz: Agil im Alter“ ins Leben gerufen. Niemand soll vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. Die Tanzschritte werden den Gehhilfen entsprechend angepasst und in Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychologen und Physiologen entwickelt.

Natürlich ersetzt diese Gehhilfe nicht den menschlichen Tanzpartner, aber durch die Gemeinschaftserfahrung können neue Kontakte mit ähnlich gelagerten Interessen geknüpft werden. Positiv wirken sich die Bewegungsabläufe nicht nur auf den Bewegungsapparat, sondern auch auf das Gedächtnis aus, denn Bewegungsabläufe müssen verinnerlicht werden und der Körper wird in Regung gut durchblutet.

Durch die gefestigtere Haltung, Koordinations- und Beweglichkeitsübungen steigt außerdem die Motivation, sich noch mehr zu bewegen. Sport kann vielen Beschwerden entgegenwirken und neuen Lebensmut, auch durch die gemeinsame Aktivität in der Gruppe geben. Vielleicht wird manch ein Tänzer zudem emotional angesprochen, in Erinnerungen an vergangene flotte Tanzeinlagen schwelgend.

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