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Szene München Tantris: Das Sternen-Standl in der Schranne

Kimberly Hoppe, vom 16.10.2011 17:07 Uhr
Das Tantris in der Schranne – im Eröffnungstrubel haben das viele nicht mitgekriegt. Erst vor einem Monat kam die Standl-Idee auf. Foto: Gregor Feindt
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Es ist der neue Geheimtipp: Münchens Sterne- Restaurant gibt es jetzt auch als Schampus-Stand. Wie es zu der Idee kam, wie viel dort ein Glaserl Wein kostet und was Hans Haas auftischen lässt.

München - Es hat niemand geahnt – nicht mal die Besitzer selbst. Nach der großen Eröffnungsfeier der neuen Schrannenhalle vor vier Tagen staunten viele der Promi-Gäste, als sie danach in ihre Give-Away-Tüte schauten und dort neben einem Brot aus der Backstube von Michael Käfer auch ein Tantris-Päckchen mit Salz fanden. Die Erklärung lieferte dann eine Mini-Broschüre über die Schranne, in der alle Stände aufgelistet waren. Und tatsächlich, da stand es schwarz auf weiß unter der Nummer 20 geführt: „Tantris Standl”. Im Eröffnungstrubel zwischen den Steirischen Spezialitäten und dem Weingut Hillinger fast ein bisserl untergegangen.

Dass Münchens wohl berühmtestes (Zwei-Sterne-)Restaurant einen Ableger deluxe in die Schranne verlegt – damit hatte niemand gerechnet.

Auch Besitzer Felix Eichbauer, hat lange über diesen Schritt nachgedacht. „Alle haben mir abgeraten, hierher zu ziehen”, erzählt er mir bei einem Glas Bollinger Champagner (10 Euro). „Es sei doch schrecklich für das Tantris-Image und so. Erst vor einem Monat beschloss ich dann, es doch zu wagen. Mit Käfer war ja schon ein super Name dabei. Die neue Schrannenhalle ist schick, modern, weltstädtisch und dennoch gemütlich. Ein tolles Flair. Das Tantris Standl soll den Leuten die Schwellenangst vor Sterne-Gastronomie nehmen.”

Fünf Stehtische, ausgewählter Champagner, Sekt und edle, aber bezahlbare Weine (ein 0,1l-Glas Chardonnay aus dem Burgenland für drei Euro, die Flasche für 20 Euro; Riesling-Sekt „Steinburger”, Tantris Edition, für fünf Euro das Glas und 35 Euro die Flasche) warten auf die Gäste – und die scheinen längst keine Schwellenangst mehr zu haben: „Ich hatte keine Ahnung, ob das Tantris Standl funktionieren kann. Wir haben so etwas ja noch nie ausprobiert. Zum Glück klappt’s! Es waren viele Stammkunden, aber auch etliche neue, tolle Gäste in den ersten Tagen hier”, erklärt Felix Eichbauer fröhlich.

Rund um die Uhr war er nach der Eröffnung mit seiner Frau Sabine selbst vor Ort im Einsatz. Sein Vater, Bauunternehmer Fritz Eichbauer, hatte das Tantris vor 40 Jahren erbauen lassen, um nicht immer ins Elsaß fahren zu müssen, wenn er gut essen wollte. Wer jetzt nicht in die Johann-Fichte-Straße fahren will, sondern lieber im Zentrum bleiben möchte, hat jetzt eine Anlaufstelle. Unter den Promis hat sich die feine News längst herumgesprochen – schon am zweiten Tag war der Sterne-Stand der Hotspot.

Sommelier Stefan Peter berät die Gäste, Mixologist (das neue Wort für Barkeeper) Justin Leone liefert den neuen Lavendel-Geheim-Tipp-Drink „Herbst im Land” (5 Euro) und Star-Koch Hans Haas überlegte lange, was er den Standl-Gästen auftischen lassen kann. „Auch für ihn eine echte Herausforderung”, sagt Eichbauer schmunzelnd.

Hans Haas wollte ein Gericht, das edel, besonders, frisch, aber auch leicht und praktisch zum Essen ist. Herausgekommen ist eine Speise, die noch gar keinen Namen hat, jedoch von einigen Gästen bereits „Tartar-Tüte” (4-5 Euro) getauft wurde. Demnächst soll ein Lachs-Gericht folgen.

Während Constantin-Boss Oliver Berben mit seiner Freundin Iris Tanz in Käfers Marktrestaurant (Essens-Tipp: Fladen „Feenzauber” für 11,50 Euro) auf der Empore tafelte, stieß Felix Eichbauer am Samstag nach 20 Uhr mit Schrannen-Besitzer Hans Hammer auf die ersten drei Tage an. Natürlich mit Champagner, wie es sich fürs Tantris Standl gehört.

Kommentare (10)
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NOV
21
16:41 Uhr, geschrieben von Rita Tarras
Schranne:Tantris, Käfer und Co
Am Schönsten und Besinnlichsten war der Christkindel- und Kripperlmarkt entlang der Blumenstr., angefangen von der Fleischbank bis zur Schule. Damals wurden selbstgeschnitzte Kripperl vom Voda angeboten. Nicht zu vergessen, daß wir Kinder ganzjährig beim Sammeln von Moos, Rinden etc. eingespannt wurden. Das war seinerzeit normal, weil wir Nachkriegskinder vom Verkauf der doch so individuell gefertigten Kripperl einen kleinen Obolus vom Voda abbekamen. Ich erinnere mich auch gerne an die Zeit als ich meinem Vater am Kripperlmarkt helfen durfte. Viel hats nicht abgeworfen, aber wir waren glücklich. Damals war noch kein Käfer usw. dabei. Die damalige Zeit war zwar hart, aber schön. Für ein Kracherl hat es gelangt. Zum Essen hatten wir noch die unverstrahlten Schwammerl. Ich ziehe mein Gemüse im eigenen Garten, trinke nur Bier vom Augustiner und verabscheue Champus für 11 Euro das Glas. Ja spinne i.
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NOV
19
13:09 Uhr, geschrieben von Münchner Erbe mit Klavier
Preisbanausen und Geizhälse wird der Zutritt verboten!
"Nochmal, die Neue Schranne ist kein Dicountershopping-Center, sondern der Exclusivbereich von handgefertigten Äpfel, Kartoffeln und erlauchten handgeschöpften Mineralwasser, sowie erhellender Ware aus der Großmarkthalle und feinsten Cuvee!", welche von der Erbgeneration vorangegangener Gourmetsvätern nach Oktoberfestmanier betrieben wird. Sollte dieses einem Münchner nicht passen, gar zu teuer sein, sollte dieser endlich seine Heimat wechseln! Wir Erben von Geld und Kultur haben das Erbe unserer Väter zu vermehren und den Mindestlohn für Angestellte zu garantieren!
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NOV
17
11:30 Uhr, geschrieben von Alojus van Hood
"Entschuldigung, aber ich wollte eigentlich nur eine Austerncoco und eien handgepressten Prakriacuvee trinken"
Werde die Halle mit Madame nicht mehr betreten, da in Ermangelung einer Einlasskontrolle einfach zuviel Understatement, Pöbel und Proleten sich an meinem Armani rieben und den Weg versperrten. Man sollte einfach die Preise erhöhen und gewisse Leute erst gar nicht hinein lassen.
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