Das Referat steht vor der Tür, doch es scheint jede Menge relevanter Literatur zu geben. Wo soll man nur anfangen? Die richtige zu finden, ist angesichts der vielen Bücher, Fachartikel und Aufsätze oft gar nicht leicht. „Wichtig ist zuerst einmal, keine Panik zu bekommen”, sagt Studienberater Stefan Hatz von der Gesellschaft für Information, Beratung und Therapie an Hochschulen. Viele Studenten verlieren nämlich angesichts der verfügbaren Literaturfülle das Ziel aus den Augen. Besser sei es, zunächst einmal zu überlegen, wie tief man in die Materie überhaupt einsteigen muss.
„Ein Referat zum Beispiel dient meist eher dem Einstieg in ein Thema, so dass eine Gruppe danach weiter darüber diskutieren kann”, erklärt Hatz. Für so eine Sache müsse niemand ein Thema komplett erfassen. Es reiche völlig aus, sich in die Grundlagen eingearbeitet zu haben. „Wer das im Hinterkopf behält, wird auch schnell einsehen, dass dafür nicht Unmengen Bücher gelesen werden müssen.” Ähnliches gelte für eine Hausarbeit. Auch wenn eine Hausarbeit komplexer ist, sollten sich Studenten nicht verrückt machen. „Da weiß ein Professor, dass man in der vorgegebenen Zeit nicht alles gelesen haben kann.” Trotzdem muss man sich die Zeit für die Literaturauswahl gut einteilen, so Prof. Hans Krings, Schreibcoach aus Bremen. Studenten sollten mit der Literaturrecherche mindestens einige Wochen vor dem Beginn der inhaltlichen Arbeit an einem Schreibprojekt beginnen. Denn viele Hochschüler vergessen, dass die benötigte Literatur eventuell gar nicht in der Bibliothek steht, sondern ausgeliehen ist.
Ausgangspunkt sollte für jeden Studenten die Literaturliste aus dem Seminar oder der Vorlesung sein. „Die geben einen guten Überblick über wichtige Literatur und zeigen auch, welche Literatur der Dozent für relevant hält”, sagt Studienberater Hatz. Auch die Semesterapparate vergessen Hochschüler besser nicht, sagt Prof. Krings. „Sie beinhalten Literatur, die von der Bibliothek im Auftrag des Dozenten in einem Regal zusammengestellt wird.” Hilfe kann es außerdem im Internet geben. „Es ist zwar wissenschaftlich nicht zitierbar, aber für einen Überblick könnte Wikipedia helfen”, so Hatz. Immerhin gebe es dort Links und Angaben zu den verwendeten Quellen, die sich wiederum gut als Literatur eignen könnten.
Ist die Literatur gefunden, muss sie möglichst effektiv gelesen werden. „Man muss natürlich nicht jedes Buch von vorne bis hinten lesen”, betont Hatz. Meist lohne zuerst ein Blick ins Inhaltsverzeichnis, welche Kapitel oder Aufsätze relevant sein könnten.
„Man darf aber nicht so lange lesen, dass die Zeit zum Schreiben nachher knapp wird”, betont Hatz. Einige lesen erst und schreiben dann, andere lesen und schreiben parallel. Das muss jeder für sich selbst herausfinden.