Der heftigste Stromausfall seit 20 Jahren in München: Wer alles von dem Blackout betroffen war. Die AZ klärt die wichtigsten Fragen.

München -  Radiowecker blieben stumm. U-Bahnen und Lifte steckten fest. Wohnzimmer lagen im Dunkeln. Ampeln versagten den Dienst – Ausnahmezustand in München. Die Stadt hat am Donnerstag den heftigsten Stromausfall seit 20 Jahren erlebt.

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Welche Teile der Stadt waren betroffen? Um sieben Uhr morgens gingen die Lichter in insgesamt 15 Bezirken aus. Rund 450000 Stadtwerke-Kunden in der südlichen Hälfte Münchens waren plötzlich vom Stromnetz abgeschnitten. Der Blackout betraf deshalb „nur“ die Hälfte der Landeshauptstadt, weil München über zwei getrennte Netze versorgt wird. Außerdem waren auch noch das nördlich gelegene Moosburg und Umgebung, sowie Teile von Feldkirchen-Westerham lahm gelegt.

Wie lange dauerte der Stromausfall? Die Stadtwerke schalteten einen Bezirk nach dem anderen wieder zu. Als erstes war um 7.10 Uhr Schwabing wieder elektrifiziert. Ein Teil der Giesinger und Maxvorstädter musste sich dagegen bis 8 Uhr gedulden. Am längsten dauerte die Störung in Teilen Aubings. Dort hatten erst ab 10.20 Uhr alle wieder Strom. Die Moosburger warteten fast genau so lange, bis alles wieder lief.

Was ist die Ursache des Blackouts? „Die Details kennen wir noch nicht“, sagte der SWM-Geschäftsführer Stephan Schwarz am Donnerstagmittag. Also konnten die SWM-Verantwortlichen erst bloß spekulieren. „Es wird wahrscheinlich eine Stromspitze gewesen sein“, sagte Schwarz. Das bedeutet: Es fließt zu viel Strom ins Netz. So etwas kann Folge eines Kurzschlusses sein. Schwarz geht davon aus, dass der „katastrophale Fehler“ an einer Schnittstelle zwischen dem SWM- und Eon-Netz passiert ist. Wobei eine Eon-Sprecherin erklärte: „Wir sind nicht der Auslöser der Störung.“ Der Stromausfall heizte die Energie-Debatte an. Die SWM machten aber gleich klar: „Dieses Ereignis hat mit der Energiewende und der Diskussion über Netzstabilität nichts zu tun.“

Welche Schäden sind entstanden? Auch das ist noch unklar. Fakt ist: Es kam zu einer Kettenreaktion im System. In Bogenhausen explodierte ein so genannter Kabelendverschluss, im Hauptspannwerk in Föhring entstand ein Lichtbogen. Auch in Aubing wurde ein Fehler gemeldet. Und aus dem Heizkraftwerk Nord drangen dicke Wolken, weil Dampf abgelassen werden musste. Eine der zwei 50-Kilometer-Leitungen nach Moosburg ist vorerst außer Betrieb. Bis die Ursache für das Chaos gefunden wird.