Streit um Baupläne Fauststraße: Der Protest lässt nicht nach

Die Simulation zeigt, wie die Neubauten aussehen sollen. Foto: HO

80 Wohnungen sollen an der Fauststraße entstehen. Das sorgt weiter für Ärger in Trudering.

Trudering - Die Bürgerinitiative Fauststraße 90 gibt nicht auf – mit aller Macht will sie verhindern, dass im Landschafts- und Wasserschutzgebiet gebaut wird.

Die Stadt hingegen argumentiert, dass mit Entwicklung des aufgelassenen Sportgeländes der Landschaftsschutz verbessert werde, zudem stehe die gesamte Grenzkolonie auf Wasserschutzgebiet.

Voraussichtlich im Januar soll der Stadtrat den Bebauungsplan Fauststraße 90 beschließen. Die Bürgerinitiative, die gegen das Projekt kämpft, fährt nun nochmals alle Argumente auf. Die reichen vom Vorwurf der Zerstörung ökologisch wertvollen Grünraums über den Bau im Wasserschutzgebiet bis hin zu Spekulationen über "Absprachen zwischen Bauträger und Kommunalpolitik".

80 Wohnungen sollen entstehen

Fakt ist, dass 15 400 Quadratmeter eingezäunte und teils versiegelte Fläche mit 80 Wohnungen in drei- bis vierstöckigen Häusern bebaut werden sollen. Seit Jahrzehnten ist das Gelände, auf dem die Neue Heimat 1971 Sportanlagen errichtet hatte, die später eine Privatschule nutzte, nicht zugänglich.

Zuletzt wohnten dort Flüchtlinge. Laut Entwurf von Steidle Architekten und mahl-gebhard-Konzepte wird künftig die Verbindung zwischen nördlichen und südlichen Waldflächen durchgängig sein sowie Natur- und Landschaftsschutz verbessert werden. Zudem wird viel Mischwald angepflanzt. Von 24.000 Quadratmetern Umgriff bleiben 14.000 demnach grün. Die Bebauung bleibe höhenmäßig unter der Baumsilhouette, betonte Marion Wolfertshofer vom Planungsreferat bei der Bürgerversammlung im Herbst.

Stadt gehört das Gelände nicht

"Die gesamte Grenzkolonie steht auf Wasserschutzgebiet", erklärte Wolfertshofer weiter. Insgesamt sei eine Bebauung im Landschaftsschutzgebiet nur zulässig, wenn die Belange des Landschaftsschutzes gleich blieben oder verbessert würden. Letzteres sei bei der Fauststraße 90 der Fall.

Die Bürgerinitiative kritisiert auch, dass die alten Sportgebäude nicht weiter genutzt werden, obwohl Bedarf bestehe. Da das Grundstück jedoch nicht der Stadt gehört, liegt die Entscheidung beim Investor. Und der entschied sich für Wohnungsbau.

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