Streit um Bauernhof Millionenbetrug? Zweifel an "Gut Aiderbichl"-Testament

Kuh Yvonne (rechts) ist eine prominente Bewohnerin von Gut Aiderbichl. Foto: Gut Aiderbichl

Ein reicher Tierfreund vermacht seinen Bauernhof und sein Geld an Gut Aiderbichl. Doch Jahre später kommen Zweifel an dem Testament auf.

Maria Schmolln - Ein glückliches Leben für vernachlässigte Ponys und Esel, gerettete Schweine oder prominente Tiere wie die Kuh Yvonne – Da für ist das Gut Aiderbichl mit seinen insgesamt 26 Gnadenhöfen in Österreich und Bayern bekannt. Doch jetzt erschüttert ein Skandal die Idylle: Haben Mitarbeiter der Stiftung einem bettlägerigen Mann ein Testament untergejubelt, das er gar nicht mehr verstehen konnte?

2011 verlassen Gerd Viebig seine Kräfte. Der ehemalige Mercedes-Manager, Multimillionär und große Tierfreund aus Deutschland hat sich für seinen Lebensabend auf seinen Hof in Maria Schmolln im österreicher Innviertel zurückgezogen. Der Hof wird auf seinen Wunsch hin ein Aiderbichl-Gnadenhof. Während sich die Stiftung um den Hof kümmert, kann Viebig seine letzten Jahre gemeinsam mit seinem Hund Mücke verbringen. Als Viebig stirbt, geht der Hof in den Besitz von Gut Aiderbichl über. So Schildert die Stiftung jedenfalls die Geschichte auf seiner Internetseite.

Im laufenden Ermittlungsverfahren gegen ein Geschwisterpaar klingt das alles anders. Verdacht auf schweren Betrug, Urkundenfälschung und die Fälschung von Beweismitteln sei der Grund für das Verfahren, berichten die Salzburger Nachrichten. Denn die Umstände, in denen Viebig sein Testament unterschrieben hat, sind umstritten.

Anzeige hatte Viebigs Bruder erstattet. Seiner Meinung nach haben der Gutsverwalter und seine Schwester für die Stiftung ein Vermögen in siebenstelligem Wert erschlichen. Viebig sei nicht mehr Herr seiner Sinne gewesen sei, als er das Dokument unterschrieben hat. Außerdem hätte der Gutsverwalter drei Bauerbeiter, die nur zufällig am Hof waren, im Nachhinein als Zeugen unterschreiben lassen.

Michael Aufhauser, Gründer von Gut Aiderbichl, weist jede Schuld von sich, hat die Stiftung als Privatbeteiligte dem Verfahren angeschlossen. Als Opfer. Denn wenn bei der Unterzeichnung etwas nicht mit Rechten Dingen zugegenagen ist, ist die Stiftung Geschädigte.

„Das schien ein gültiges Testament zu sein“, sagt er. Der Hof müsse laut Testament weitergeführt werden. Außerdem habe Gut Aiderbichl mehr als 800 000 Euro in die Hand genommen, um das Anwesen zu sanieren.

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Insgesamt drei Stiftungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz betreiben die 26 Gut-Aiderbichl-Gnadenhöfe. Sie finanzieren sich vor allem durch Eintrittsgelder für die großen Höfe in Henndorf bei Salzburg, Deggendorf und im oberbayerischen Iffeldorf sowie Spenden.

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