Streit mit rechter Szene Auf Buchmesse: Münchner Verlagschef blutig geschlagen

Joachim Bergmann auf der Frankfurter Buchmesse - kurz nachdem er dort ins Gesicht geschlagen worden ist. Foto: Mair-Holmes

Schlägerei auf der Frankfurter Buchmesse! Der Münchner Verlagschef Joachim Bergmann ist dort mit der rechten Szene in Streit geraten.

München - Der Schlag mitten ins Gesicht kam aus dem Nichts, erzählt Trikont-Boss Joachim Bergmann (74). Der Label-Chef und Verleger hat sich am Freitagnachmittag von seinem Stand auf der Frankfurter Buchmesse entfernt und ist herumgeschlendert, als er zufällig am Stand der rechts-konservativen Jungen Freiheit vorbeikommt.

Karlheinz Weißmann, ein Hauptvertreter der deutschen Neuen Rechten, spricht dort über die 68er-Generation und deren Versagen. Bergmann bleibt stehen, um seinem Ärger Luft zu machen: "Du hältst jetzt die Klappe", ruft er in Richtung Weißmann, als ihn ein gezielter Schlag ins Gesicht trifft.

"Smarter Anzugträger, Typ Christian Lindner"

Während Bergmann noch taumelt, trifft ihn ein zweiter Schlag. Später stellen zwei junge Comiczeichner den Täter, den Bergmann als "smarten Anzugträger, Typ Christian Lindner" beschreibt. Die Polizei und die Buchmesse werden über die brutale Attacke informiert. "Das Schlimme ist, dass wir mittlerweile in einem solchen politischen Klima leben, dass es wieder möglich ist, dass Rechte so brutal und arrogant auftreten", sagt Eva Mair-Holmes von Trikont.

Der Verlag Junge Freiheit distanziert sich von dem Schläger und von Gewalt: "Wir lehnen jede Form von Gewalt in der politischen Auseinandersetzung ab", sagt Pressesprecher Bastian Behrens. Er berichtet, der Schläger habe sich von dem 74 Jahre alten Bergmann angegriffen gefühlt, ob verbal oder körperlich, wisse er nicht. Joachim Bergmann ist schwummrig, er hält aber die Stellung für die 68er auf der Buchmesse.

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