Streit im Stadtrat Lärmschutz in München: Grüne sauer auf Groko

Lärmhölle Mittlerer Ring – hier an der Donnerberger Brücke. Foto: AZ-Archiv

Die Grünen fordern eine aktive Lärmschutzpolitik – was Schwarz-Rot allerdings ablehnt.

München - Die Grünen/Rosa Liste übt heftige Kritik an der Untätigkeit der schwarz-roten Stadtratsmehrheit in Sachen Lärmschutz. Bei drei Gelegenheiten in den letzten Tagen – zuletzt in der Vollversammlung am Mittwoch – hätten SPD und CSU es abgelehnt, effiziente Lärmschutzmaßnahmen am Mittleren Ring zu realisieren. Flüsterasphalt, kontrollierte Geschwindigkeitsbegrenzungen oder auch nur eine aktive Kommunikationsstrategie über Förderungsmöglichkeiten zum Einbau von Lärmschutzfenstern – alles wurde, so die Grünen, von der GroKo abgeschmettert.

Stadträtin Sabine Nallinger: „Offenbar setzt die GroKo nur noch auf Tunnelbauten, um die schädlichen Auswirkungen des Autoverkehrs am Mittleren Ring einzudämmen. Das ist vor allem für die Anwohner und Anwohnerinnen in Obergiesing eine schlechte Nachricht, denn dort wird in den nächsten Jahrzehnten kein Tunnel entstehen. Es ist daher völlig unverständlich, wie arrogant CSU und SPD heute die Vorschläge des Bezirksausschusses Obergiesing für besseren Lärmschutz im Abschnitt Tegernseer Landstraße – Chiemgaustraße abgebügelt haben.“

Der Bezirksausschuss hatte gefordert, für ein gleichbleibendes Tempolimit auf besagtem Teil des Mittleren Rings zu sorgen. Doch auch an einem anderen Teilabschnitt des Rings – beispielsweise in der Borstei –könnte die von den Grünen beantragte Lärmschutzwand schon längst stehen. Nallinger: „Hier zeigt sich dieses grundsätzliche Desinteresse an den Problemen des Lärmschutzes. Nichts sehen, nichts hören, nichts tun - das ist die Lärmschutzpolitik von SPD und CSU!“

JETZT LESEN

8 Kommentare