Stoiber-Tochter Veronica hat fast 40 Seiten ihrer Doktorarbeit durchgehend abgeschrieben.

München/Konstanz -  Die brisante Post ging bei der Universität Konstanz am 14.Februar ein. Es war ein dickes Kuvert. Der Inhalt: Teile der Doktorarbeit von Stoiber-Tochter Veronica Saß (33) und Texte, die sie schamlos abgeschrieben hatte. Der Absender machte auf die Täuschung der ehemaligen prominenten Doktorandin aufmerksam. Plagiate in Dissertationen waren da noch kein Thema. Das wurden sie erst zwei Tage später. Am 16.Februar berichtete die SZ, dass Karl-Theodor zu Guttenberg in seiner Doktorarbeit geschummelt hat.

Der frühere bayerische Ministerpräsident und CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber sprang ihm gleich zur Seite und stärkte ihm den Rücken: „Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein.” Jetzt wird Stoibers Einsatz für Guttenbergs Mogel-Titel klar. Er versuchte mit dem Baron offensichtlich auch, seine Tochter Vroni zu retten.

Während Guttenberg sich mit einer Doktorarbeit zierte, für die er die höchste Auszeichnung und Bestnote erhalten hatte, ging die Promotion der Stoiber-Tochter gerade noch so durch. Die Note war Vroni wurscht. Nach der fragt eh niemand mehr. Auf Verbesserungsvorschläge und Anmerkungen der Universität reagierte die Stoiber-Tochter nicht. Hauptsache, sie bekam den Doktor-Titel. Egal wie.

Das Thema ihrer Doktorarbeit lautet: „Regulierung im Mobilfunk”. Das lag auf der Hand. Nach dem Studium fand Veronica Saß 2005 einen Job beim Mobilfunkunternehmen O2-Germany. Chef war dort Rudi Gröger. Edmund Stoiber hatte zu seinem 50.Geburtstag mit engsten Freunden eine menschelnde Laudatio gehalten: „Wir brauchen mehr Grögers im Land!” Als der Top-Manager 2007 gehen musste, verließ auch die Stoiber-Tochter das Mobilfunk-Unternehmen.

Inzwischen ist Veronica Saß in der Kanzlei eines anderen Stoiber-Freundes untergekommen: Bei Uli Hartl. Dort arbeitet auch ihre ältere Schwester Constanze (40), die im Gegensatz zu ihren beiden Geschwistern mehr auf Leistung als auf einen Doktor-Titel gezählt hat.

Saß geht es jetzt wie Guttenberg. Die Netzgemeinde enthüllt auf der Internetplattform „VroniPlag” immer mehr Plagiate in ihrer Doktorarbeit. Gestern waren es bereits 90 Seiten. Ein Viertel der gesamten Arbeit. Besonders dreist: 40 Seiten sind durchgehend komplett abgeschrieben, samt Überschriften und Zwischenüberschriften aus drei Aufsätzen eines Hamburger Professors. Edmund Stoiber schweigt. Seine Tochter Veronica auch. Ihren Doktor-Titel hat sie noch nicht zurückgegeben.