Stimmen aus dem Rathaus Rückkehr ins Grünwalder: Mehr als nur ein Politikum?

, aktualisiert am 01.06.2017 - 09:27 Uhr
Alte neue Heimat des TSV 1860? Politiker wollen diese Möglichkeit prüfen. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Münchens Politiker positionieren sich zum möglichen Umzug der Löwen ins Grünwalder Stadion. "Kein Museum."

München - Der Abstieg der Löwen lag erst einen Abend zurück, da war die Stadionfrage am Morgen schon Politikum. 3. Liga? Regionalliga? Egal! Die Fraktionen hatten sich in Position gebracht. Die SPD von Oberbürgermeister Dieter Reiter ist sich dabei offenbar uneins. Sportlichen Erfolg könnten sich "die Sechzger künftig wieder im Heimatviertel des Vereins, in Giesing, erspielen. Ich würde die Löwen sehr gerne wieder an der Grünwalder Straße auflaufen sehen und unterstütze die Rückkehr ins städtische Stadion", hieß es in einer Stellungnahme von SPD-Stadträtin Verena Dietl.

Die SPD-Stadtratsfraktion habe sich schließlich dafür eingesetzt, dass das Stadion für mehr als zwölf Millionen Euro drittligatauglich ausgebaut werde, meinte Dietl. "Die Verwaltung prüft derzeit, ob auch die Westkurve saniert werden und weitere Plätze bieten kann. Das haben wir nicht gemacht, damit das Stadion ein Museum wird." Ihr Rathauschef sieht die Gemengelage offenbar anders. "Gestern war ein schwarzer Tag für den Fußball in München. Bestimmt habe ich nicht als einziger ,Roter’ den Löwen die Daumen gedrückt", erklärte OB Dieter Reiter. "Sollten die Löwen tatsächlich zurück ins Grünwalder wollen, werden wir das gerne prüfen und so weit wie möglich unterstützen." Für den Spielbetrieb brauche es aber ein Konzept, das alle sicherheitsrelevanten Fragen bedenke, meinte Reiter und verwies auf die Krawalle in der Arena: "Wofür ich keinen Funken Verständnis aufbringen kann, sind die skandalösen Ausschreitungen."

Große Sicherheitsbedenken

Sportbürgermeisterin Christine Strobl (SPD) erklärte, dass es schon immer Sicherheitsbedenken gegeben habe. Und Grünen-Stadträtin Jutta Koller gab zu bedenken: "In der 3. Liga spielen mehrere Vereine mit gewaltbereiten Anhängergruppen." Sollte alle paar Wochen ein Spiel mit massivem Polizeieinsatz im Herzen Giesings stattfinden, wäre das für Anwohner eine große Einschränkung. Alles hängt nun davon ab, für welche Liga die Sechzger planen können.

Auch der FC Bayern ist betroffen, bei dem die Löwen bis 2025 Mieter sind – eigentlich. Nach AZ-Informationen gilt der Mietvertrag für die Arena auch für die 3. Liga. Bisher fielen pro Saison geschätzt 3,5 Millionen Euro an. Die Bayern wollten sich auf Nachfrage nicht zu einer möglichen Auflösung des Mietverhältnisses äußern.

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