Der berühmte Fernsehkoch sorgt für Wirbel auf dem Viktualienmarkt – bei Teltschiks Wurststandl verkauft er Schmankerl. Was Jamie Oliver hier macht und warum er München so liebt.

München - Er ist der wohl bekannteste Fernsehkoch der Welt – und steht an diesem Dienstagmittag plötzlich auf dem Viktualienmarkt und verkauft Weißwürste.

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Jamie Oliver (37, „The Naked Chef“) im bel(i)ebten Wurststandl von Elisabeth und Manuela Teltschik – für Gäste, Fans, Touristen und Passanten eine Sensation. Kaum einer, der ihn nicht erkennt oder gleich das Fotohandy zückt. Zusammen mit den Besitzerinnen verkauft er Leberkas und Wurst-Semmeln und plaudert unaufgeregt und freundlich mit der Kundschaft.

Was lockt Jamie, der den Briten einst beibrachte, dass Gesundes auch schmecken kann und es statt Butter auch mal Olivenöl sein darf, nach München? „Ich bin in geheimer Weißwurst-Mission“, sagt er lachend. Aber schnell wird klar: Jamie, wie immer lässig-leger in Karo-Hemd und Blue Jeans, ist beruflich hier. Um ihn herum wuselt ein 15-köpfiges Team mit etlichen Kameras. „Food Fight Club“ heißt die nächste kulinarische Sendung (immerhin seine zwölfte!), die für Channel 4 gedreht wird.

Der Zeitplan ist knapp, die Crew hektisch, doch Jamie bleibt cool, obwohl er in Teltschiks Standl ganz schön schwitzt. Er ist auf Essens-Entdeckungsreise für seine Zuschauer, dabei ist es keinesfalls seine eigene München-Premiere. Zum fünften Mal ist er heute da. Und? Jamie Oliver outet sich als Fan: „Ich liebe München, die Atmosphäre und natürlich das Essen. Herrlich sind die Weißwürste mit dem süßen Senf, Brezn, Schweinsbraten und all diese typisch bayerischen Gerichte. Auch das Bier – und davon habe ich schon viel getrunken – ist wunderbar. Ganz egal, welche Marke.“

Der vierfache Vater, der auch mal Küken in seiner Sendung erstickte, um auf die Zustände in Legebatterien hinzuweisen, war sogar schon auf der Wiesn: „Das ist etwa fünf Jahre her. Wow, war das verrückt. Das Oktoberfest ist eine ganz eigene Welt für sich, aber toll und einzigartig.“

Zum Schluss zieht er Parallelen zwischen München und London: „Ob Pub oder Biergarten – ich mag beides sehr und es ist auch ähnlich vom Prinzip her. Genauso wie sich auch die Küchen annähern. In England gibt es immer mehr Weißwürste zu kaufen.“