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Stalker vor Gericht Adliger terrorisiert Magdalena Neuner

Torsten Huber, vom 07.02.2012 16:43 Uhr
Stalker Lothar Freiherr von G. (li.) gestand die Tat. Stalking-Opfer: Biathletin Magdalena Neuner (24) Foto: Torsten Huber/dpa

Er klopfte an ihr Balkonfenster, verfolgte sie, schrieb ihr Liebesbriefe: Biathletin Magdalena Neuner ist Opfer eines Stalkers geworden. Jetzt steht der 44-Jährige in München vor Gericht.

MÜNCHEN/WALLGAU - Für Magdalena Neuner (24) war es ein schwerer Schock, als am späten Abend des 31. August 2010 plötzlich ein fremder Mann an ihrem Balkonfenster in Wallgau klopfte: Ein Stalker. Sie alarmierte die Polizei. Bei der Festnahme leistete Lothar Freiherr von G. (44) erheblichen Widerstand. Die Beamten setzten Pfefferspray ein.

Jetzt steht der Adlige wegen des Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz, Diebstahls und vorsätzlicher Körperverletzung vorm Landgericht München II. Über seinen Strafverteidiger Michael Röhrig legte der Angeklagte ein Geständnis ab: „Die Vorwürfe werden eingeräumt.“

Die Tat hat die Biathlon-Weltmeisterin und Doppel-Olympiasiegerin eine Zeit lang sehr belastet: Sie litt unter extremen Schlafstörungen und Kopfschmerzen. In einem Interview sagte sie: „Ich führe ein Leben wie im Zoo. Meine Fans sind mir sehr, sehr wichtig. Aber es gibt eine kleine militante Gruppe, die echt durchgeknallt ist.“ Aktuell klagte die Sportlerin: „Hätten wir gewusst, was es bedeutet, berühmt zu sein, wer weiß, ob mich meine Eltern dann wirklich gelassen hätten.“

Den Angeklagten beeindruckte nicht einmal eine richterliche Weisung, dass er jedenKontakt unterlassen muss. Auch nach der vorübergehenden Festnahme, stellte ihr der schwer verliebte von G. weiterhin nach. Zwei Monate nach dem Balkon-Überfall legte er einen Golfball mit der Aufschrift „SOS – I love you“ aufs Auto von Neuner. Am 2. November hinterließ er einen Rubikwürfel mit Liebesbrief auf dem Auto.

Erst als sich herausstellte, dass der Angeklagte für 16 Diebstähle und Einbrüche im Raum Mittenwald verdächtigt ist, befassen sich die Ermittler intensiv mit dem Ex-Wirtschafts-Ingenieur, der seit 2008 mit monatlich 1100 Euro in Frührente lebt. Lothar Freiherr von G. leidet unter einer schweren Psychose. Die Gutachter diagnostizierten auch eine „Hypersexualität“ und einen krankhaften Zwang zum „Glückspiel“. Strafrechtlich kann er nicht belangt werden. Ihm droht die Unterbringung in eine geschlossene Klinik.

 

Kommentare (2)
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FEB
09
00:13 Uhr, geschrieben von Tina Tanzer
Leider oder zum Glück ohne Titel
Schade, Herr Josef Meier, dass Sie schlechte Erfahrungen mit dem deutschen Adel hatten.Ich kenne diesen sog. Stalker schon fast 30 Jahre lang und kann sagen das er ein total netter Kerl ist und immer für seine Freunde da war. Leider hat keine Presse darüber berichtet dass er seit mehreren Jahren unter Parkinson leidet und aufgrund dessen Medikamente einnehmen muss. Seitdem ist er leider nicht mehr seiner selbst, Aber wir, seine Freunde, wir mögen ihn nach wie vor! Und wir stehen zu ihm! Ich möchte mich hiermit im Namen von "Lolle" in aller Form entschuldigen! Vor allem bei Magdalena und ihrer Familie. Und was Gutenberg betrifft: Hast du nie gespickt? Also... I ... schooo....
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FEB
08
06:29 Uhr, geschrieben von Josef Meier
ja mei
Dabei ist uns doch spätestens seit dem Herrn Guttenberg klar, das die blaublütigen ihrem Namen alle Ehre machen und gerne mal an Realitätsverlust leiden.
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