Stadt vs. Berliner Architekten Unzumutbar für Münchner Augen: Ärger um Jugendherberge

So sieht der aktuelle Entwurf für die Jugendherberge aus: Das Dach und die Fassade sind dunkler als vorher. Foto: Graft

Obwohl die Architekten die Ausschreibung gewonnen haben, lehnt der Planungsausschuss den Entwurf für die Jugendherberge noch ab.

Neuhausen - Spacig, also wie aus dem Weltall, wäre wohl ein Wort, mit dem man die neue Jugendherberge in Neuhausen beschreiben könnte. Oder zumindest ihren Entwurf, denn der Planungsausschuss der Stadt will so schnell kein grünes Licht geben für die Planungen des Berliner Architekturbüros Graft. Und das obwohl der ursprüngliche, mit dem die Architekten auch die Ausschreibung gewonnen hatten, schon überarbeitet und etwas braver gestaltet wurde.

Die metallisch-silbrige Fassade fällt bei der Stadt krachend durch

Nachdem im ersten Durchgang vor allem die metallisch-silbrige Fassade auf Unmut gestoßen und das Vorhaben im Ausschuss krachend durchgefallen war, konnte jetzt auch ein Modell mit schlichterer Vorderseite keine mehrheitliche Zustimmung finden. Besonders ins Auge fällt die futuristische Fensterfront: Über zwei Stockwerke zieht sie sich schräg über die Fassade und soll so Ein- und Ausblick auf die Wendl-Dietrich-Straße gewähren.

Dieser Entwurf mit heller Fassade ist im Viertel auf viel Kritik gestoßen. Quelle: Graft

Das Hauptargument im Ausschuss ist ein altbekanntes: Der Entwurf füge sich nicht gut in die Umgebung ein. Den ersten Entwurf wollte kein einziges Mitglied des Ausschusses absegnen, im zweiten Durchgang stimmten zumindest sechs dafür, 13 bemängelten die Fassade weiterhin. Zwar sind die Beschlüsse der Stadtgestaltungskommission lediglich Empfehlungen, ihr Votum hat aber dennoch Gewicht. Einzelheiten schreibt sie aber nicht vor. In einer Sitzung im Juli empfahl die Kommission den Architekten die „große Geste“ des gläsernen Eingangsfoyers noch einmal zu modifizieren.

Ob ein Entwurf letztendlich genehmigt wird, muss im Baugenehmigungsverfahren geprüft werden, dann stellen sich auch Fragen nach Werbeflächen, Brandschutzverordnung oder Denkmalschutz.

Völlig verändern wird das Architekturbüro den Entwurf dennoch nicht, zumal die Jury ihn vor inzwischen drei Jahren abgesegnet hat. Eine Stellungnahme wollen die Berliner zur derzeitigen Lage nicht abgeben. Sie sind jetzt eben mit der Detailplanung beschäftigt. Bis die Jugendherberge renoviert wird, ist der futuristische Entwurf dann vielleicht schonl zeitgenössisch.

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