Stadt München angezeigt Jäger-Zoff um Drückjagd: Hunde reißen Reh Kehle raus

Hat Anzeige erstattet: Jäger Alexander Frank (38). Foto: jot

Ein Jäger hat Strafanzeige gegen die Stadt München gestellt. Weil sie unerlaubt mit Hunden jagen lasse.

München - Es ist heuer bereits der zweite Vorfall dieser Art, der Jäger Alexander Frank (38) aus Jesenwang (Landkreis Fürstenfeldbruck) erzürnt. Am 3. November hörte er die Schreie eines Rehs. Als er das Tier in seinem Revier findet, sieht er, dass ihm Jagdhunde die Kehle rausgefressen hatten. "Unerträglich", findet das Frank. Und nicht waidgerecht.

Die Hunde waren bei einer Drückjagd der städtischen Forstverwaltung eingesetzt worden und hatten dabei die Reviergrenzen überschritten. Überjagen nennt das der Jäger. Im Gegensatz zum Ansitzen treiben bei der Drückjagd Hunde den Jägern das Wild vor die Flinte.

In dem Revier verbiete sich die Drückjagd

Bei einem so kleinen Revier wie dem der Stadt München bei Jesenwang (140 Hektar) verbiete sich die Drückjagd, sagt Jagdpächter Frank, dessen Revier an das der Stadt angrenzt.

Bereits im Januar hatte er wegen eines ähnlichen Vorfalls Anzeige erstattet. Das Verfahren laufe noch. Frank kritisiert auch die Tauglichkeit der eingesetzten Jagdhunde. Die würden offenbar nicht bellen, wenn sie eine Spur des Wildes finden. Das sei aber wichtig, damit das Wild nicht von den Hunden überrascht und angegriffen wird. Dass so etwas nicht passieren sollte, weiß auch Jan Linder, der Leiter der Forstverwaltung. "Warum das jetzt in diesem Fall passiert ist, ist mir unerklärlich. Es kommt vor, aber ganz selten. Aus meiner Sicht muss das eine Verkettung unglücklichster Umstände gewesen sein", zitiert ihn der BR.

Stadt-Sprecher Bernd Plank sieht das genauso und bricht im AZ-Gespräch eine Lanze für die Drückjagd.

Der insgesamt 5.000 Hektar große Münchner Wald sei eben kein Stangerlwald, in dem sich Tiere mangels Unterholz kaum verbergen können, sondern naturbelassen und dementsprechend schwer zu bejagen.

Die städtischen Jäger beachten alle gesetzlichen Vorschriften, betont Plank. Der Streit ums waidgerechte Jagen wird wohl erst vor Gericht entschieden.

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