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Spießrutenlauf Die Schockmethode der Abtreibungsgegner

Willi Bock, vom 15.04.2011 00:00 Uhr
Das Kreisverwaltungsreferat (Foto) will die Gehsteig-Beratung vor der Abtreibunsgklinik untersagen. Foto: Martha Schlüter
Das Kreisverwaltungsreferat (Foto) will die "Gehsteig-Beratung" vor der Abtreibunsgklinik untersagen. Foto: Martha Schlüter

WESTEND Die Szenen vor der Abtreibungsklinik Stapf in der Fäustlestraße ähneln manchmal einem Spießrutenlaufen. Ohnehin sind viele Frauen überaus angespannt, wenn sie den Weg hierher antreten. Und dann sind da noch die so genannten „Gehsteigberater”, die vor der Tür warten: Die kommen vom Verein „Helfer für Gottes kostbare Kinder”, der sich bundesweit gegen Abtreibungen einsetzt.

Dabei geht der Verein mit der Schockmethode vor. Ein Helfer betet, der andere spricht die Frauen an: Sie würden ihr Kind töten und das später bereuen. Dann drücken sie ihnen Flyer mit Bildern von Abtreibungen in die Hand und einen kleinen Plastikfötus, der am Daumen lutscht.

Für die Frauen eine Extremsituation. Viele reagieren verängstigt und verstört.

Jahrelang hat die Stadt nichts unternommen. Die Auftritte vor der Klinik wurden stets nach dem Versammlungsrecht wie eine Demo genehmigt. Auch ein Prozess der Klinik ging verloren, weil sich betroffene Frauen nicht trauten, vor Gericht aufzutreten.

Die Stadt Freiburg geht da einen anderen Weg, und dem will das Kreisverwaltungsreferat jetzt teilweise folgen: In Freiburg wurde dem Verein verboten, in der gesamten Straße der Abtreibungsklinik aufzutreten. Die „Gehsteigberater” würden das Persönlichkeitsrecht der Frauen einschränken und in ihre Intimsphäre eingreifen.

Diese Entscheidung hat große Wellen geschlagen und rief Münchens KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle auf den Plan. Er will die Gehsteigberatung untersagen. Aber anders als in Freiburg nur auf der Straßenseite der Klinik. So könnten die Frauen ihnen ausweichen. Bis Montag kann der Verein sich dazu äußern, dann geht der Bescheid raus.

Der Verein hat dem KVR angekündigt, den Rechtsweg zu beschreiten. Das KVR sagt: „Das fechten wir auf jeden Fall durch.”

Kommentare (8)
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APR
15
17:40 Uhr, geschrieben von DasBertl
@Günter Annen
Ja, jetzt dämmerts mir natürlich. Sie haben vollkommen recht. Wir müssen auch noch die männliche Masturbation verbieten, dabei verrecken bei jeden Erguss mal eben 1-2Millionen ungeborene Kinder. Schlimm das. Überhaupt, Frauen sollten Burkas tragen, mit ihrem Aussehen verführen sie ja Männer dazu, sich ohne Absicht auf Fortpflanzung mit ihnen zu Paaren und dabei nochmal ein paar Millionen Kinder zu töten. Nur wer ständig Leben zeugt, hat ein recht auf ein selbstbestimmtes Leben.... Wer meint Sarkasmus zu finden, darf ihn behalten...
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APR
15
17:32 Uhr, geschrieben von Klar!
Diese Gehsteigberatung..
hat nichts aber auch rein gar nichts mit dem Schutz des ungeborenen Lebens zu tun. Die Mütter, die sich zu einem solchen Schritt entschlossen haben wurden bereits von Ärzten, Behörden und Kirchen betreut. Im übrigen werden die selbsternannten Lebensrechtler nicht verfolgt, sondern nur daran gehindert andere Menschen mit ihrer Weltanschauung zu belästigen. Diese Art der Beratung grenzt ja schon an Nötigung.
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APR
15
14:50 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Wie bitte?
@Günter ANNEN Ihre Gleichsetzung eines (teilweisen) Demonstrationsverbots durch das KVR mit dem Zuständen im sog. 3.Reich ist an Zynismus kaum zu überbieten. Das KVR hat sorgsam versucht zwischen den Persönlichkeitsrechten der Frauen und dem Recht auf Meinungsäußerung der Abtreibungsgegner abzuwägen und ich finde das ist gelungen. Habne Sie sich eigentlich mal im entferntesten mit der NS-Zeit und den Verbrechen der Nazis beschäftigt? Die Verfolgung und grausame Ermordung von politisch Andersdenkenden damit gleich zu setzten, dass eine Gruppe von Demonstranten aus - meiner Meinung nach - nachfolziehbaren Gründen eine bestimmte Straßenseite nicht betreten darf ist eine Verhöhnung der NS-Opfer. Welche Worte würden Sie den wählen, wenn Abtreibungsgegner tatsächlich gefoltert und ermordet werden würden?
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