Die „Feierbanane“ zwischen Sonnenstraße und Maximiliansplatz bereitet immer mehr Ärger: Die Zahl der Staftaten steigt exorbitant. Die Polizei sagt: „Die Zahl der Clubs ist ausgereizt.“

MÜNCHEN - Brennpunkt Sonnenstraße: Münchens Partymeile in der Innenstadt ist nicht nur Schauplatz für durchtanzte und durchzechte Nächte. Sie ist auch zu einem Kriminalitäts-Schwerpunkt geworden. Seit sich mehr und mehr Clubs und Discos dort angesiedelt haben, ist die Zahl der Gewalt- und Drogendelikte gestiegen. Jetzt beschäftigte sich der zuständige Stadtratsausschuss mit der Entwicklung.

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Die Zahlen, die ihm vorgelegt wurden, lassen aufmerken: In der Sonnenstraße wurden im Jahr 2010 genau 720 Straftaten registriert – ein Anstieg um 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am Maximiliansplatz waren es laut Polizei 884 Straftaten und damit 31 Prozent mehr als noch 2009. Die gesamte „Feierbanane“, wie die Partymeile zwischen Maximiliansplatz und Sendlinger Tor intern genannt wird, bringt es in der vorgelegten Statistik auf 2590 Delikte. Neun Prozent plus.

„Aus Sicht der Polizei ist die Anzahl der Veranstaltungsbetriebe im Bereich der Innenstadt inzwischen ausgereizt“, erklärt der Leiter der Abteilung Verbrechensbekämpfung Harald Pickert. Noch mehr Diskotheken würden sich negativ auf die Sicherheitslage der Stadt auswirken. Klare Worte: Der Kunstpark-Mitte soll nicht weiter wachsen. Zumal oft immer hemmungsloser gefeiert wird. Exzessiver Alkoholkonsum läge bei immer mehr Minderjährigen und jungen Erwachsenen stark im Trend, heißt es bei der Polizei. Das Warmtrinken oder Komasaufen sei „fester Bestandteil jugendlicher Freizeitkultur“ geworden.

Und Alkohol kann bekanntlich nicht nur aggressiv machen, sondern auch hilflos. Betrunkene Mädchen würden erfahrungsgemäß öfter Opfer sexueller Gewalt, so Pickert. In der innerstädtischen Feierzone ist das alles leider mehr als bloß Theorie: Dort käme es „vermehrt“ zu Körperverletzungen und Sexualstraftaten. „Wir wollen nicht, dass Teile der Innenstadt abschmieren“, sagt auch CSU-Stadtrat Robert Brannekämper. „Die Leute, die sich einen schönen Abend machen wollen, erwarten, dass sie gesund hin und auch wieder zurück kommen.“

Deshalb müssten die Sicherheitsbehörden weiter genau hinsehen: War das ganze nur ein Ausreißer? Zahlen zur Auswertung des vorigen Jahres liegen noch nicht vor. Wie reagiert die Stadt? Eines ihrer Druckmittel: die Sperrzeiten. Clubs können beantragen, dass bei ihnen die Putzstunde von fünf bis sechs Uhr wegfällt. Bei zwei auffälligen Betrieben wird eine solche Sperrzeit-Aufhebung bereits jeweils nur noch für einen Monat im Voraus erteilt.

Zweites Druckmittel: Wenn ein Gastwirt sich nicht an die Vorschriften hält, muss er blechen. Polizei und Kreisverwaltungsreferat führen auch immer wieder „Sensibilisierungsgespräche“ mit Wirten. In puncto Drogen hatte das wohl schon Erfolg. So hat das Sicherheitspersonal der Clubs und Discos die Gäste intensiver durchsucht – Partygänger, bei denen sie fündig wurden, bekamen eine Anzeige.

 

 

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