Sonne satt am Wochenende So genießen Sie die Sommertage maximal

Schöner Flirtplatz an der Feldherrnhalle – und die Tauben gucken zu. Hier erfahren Sie, wie Sie das Sommerwochenende optimal nutzen. Foto: Petra Schramek

30 Grad und zwei laue Abende sind angesagt. Lassen Sie sich treiben. Ratschen, feiern und fotografieren Sie. Und trauen Sie sich mal, sich richtig wild zu freuen.

München - Verliebte an den Stufen der Glyptothek, ausgelassene Barfußgänger am Stachusbrunnen, Tangotänzer am Hofgarten in der Abendsonne. München badet im Sommerflimmern, na endlich.

Nach dem Traumtag am Freitag bleibt es das ganze Wochenende am Stück sonnig und heiß, mit lauen Nächten dazwischen. Leider ist es das letzte im August, der Dämpfer folgt am Montag, für den Gewitter angesagt ist. Und hernach? Mei, da kühlt’s halt wieder ein bissl ab.

Will heißen: Vergessen Sie alle lästigen Pflichten, die Sie sich für dieses Wochenende vorgenommen haben. Tanken Sie Sommer und Sonne, so viel es geht. Tauchen Sie ein ins Sonnenstrahlenglück – und konservieren Sie das Gefühl für die kühlere Zeit, die mit dem September vor der Tür steht. Wie das geht, in vollen Zügen auskosten? Wir haben uns bei Experten, Freunden und Bekannten umgehört.

1. Bloß keine Sommerschlusspanik

„Viele Leute neigen dazu, an einem letzten Superwochenende alle Optionen auszureizen“, sagt der Münchner Glücks-Coach und Psychologe Stephan Lermer. Da muss dann reflexhaft gewandert, geradelt, gegrillt, in den Biergarten gegangen, gebadet und sich stundenlang in die Sonne gelegt werden, um ja nichts zu verpassen. „Alles Quatsch. Bleiben Sie lässig. Wenn es Spaß macht, den Tag mal auf dem Balkon zu verratschen, tun Sie’s einfach.

2. Tanken Sie Sonne

Im Park, beim Stadtbummel, im Café – lassen Sie sich von der Sonne wärmen (mit Sonnencreme und Pausen!). Denn wenn Sonnenlicht auf die Haut trifft, schüttet der Körper jede Menge Endorphine (Glückshormone) aus – wie das grandiose Serotonin, das schlichtweg fröhlich macht. Der Mensch, sagt der Ernährungsmediziner Jörg Spitz, ist „mit ungefähr zwei Quadratmeter Sonnensegel“ ausgestattet, um die Energie der Sonne zu nutzen.

3. Lassen Sie sich treiben

Ziellos durch München schlendern kann so schön sein. Zu zweit oder allein. Irgendwo ins Straßencafé setzen. Leute gucken, rätseln. Welchen Job haben die wohl? Was für ein Wesen? Lieben die sich? An vielen Ecken spielen Straßenmusiker. Dramatische Akkordeons. Luftige Streicher. Basstiefe Sänger und groovende Gitarristen. Da kann man mitten auf der Straße tanzen, wenn man will.

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Wenn’s Ihnen zu heiß wird, schlecken Sie ein Zitroneneis. Lassen Sie sich einen Sommerdrink über die Zunge perlen. Schauen Sie in eine Kirche rein. In einen Park, in dem Schachspieler sitzen. Oder ziehen Sie die Schuhe aus. Füße rein ins Brunnenwasser. Die Klamotten trocknen ja wieder. Überall sind Leute, mit denen man plaudern kann. Vielleicht fliegt sie eine kreative Idee an. Vielleicht sind Sie nur tiefenentspannt. Bestimmt aber neu verliebt in Ihre Stadt.

4. Feiern Sie spontan

Ihr Kühlschrank ist leer? Egal, auf Ihrer Terrasse scheint die Sonne! Laden Sie spontan Leute ein, die Sie lange nicht gesehen haben. Irgendwas, wie eine Melone, Cracker, Käse, werden Sie schon noch finden. Notfalls bringen die Gäste von der Tankstelle Getränkedosen mit.

Die Wahrheit ist: Nur 17 Prozent der Deutschen treffen regelmäßig Freunde, und die meisten sind traurig darüber. Oft passiert’s, weil man sich den dichten Terminplan nicht noch weiter zupflastern will. „Spontane Treffen sind deshalb viel entspannter als Einladungen mit Vorbereitungsstress“, sagt Lermer. „Sie bleiben uns als Überraschung lange in Erinnerung.“ Und: Wetten, dass die Freunde eine Gegeneinladung aussprechen? Womit Sie gleich was zum Vorfreuen haben. Weil nächstes Wochenende die Sommerparty weitergeht – egal, wie das Wetter wird.

5. Kleine Abenteuer

Sie planen einen Ausflug zum Lieblings-Badesee? Machen Sie’s mal anders. Wählen Sie einen, wo Sie was Neues ausprobieren können. Stand-up-Paddling zum Beispiel. Oder Wasserski. Das bringt gleich zwei Pluspunkte für den Tag: Bewegung setzt mehr Glückshormone frei, als faul in der Sonne zu liegen. Und Sie starten womöglich in ein neues Hobby.

6. Machen Sie der Familie eine Freude

Am glücklichsten sind die, die andere glücklich machen, haben schon die alten Griechen gesagt. Und da ist viel Wahres dran. Also fragen Sie Ihre Liebsten daheim: Wer von euch will was erleben? Jeder hat eine Stimme, wie kann ich euch Freude machen? „Dann suchen Sie eine Schnittmenge“, sagt Glückcoach Lermer.

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Oder Sie teilen den Tag in Abschnitte ein, für die sich jeder in der Familie eine Aktivität aussuchen kann. „Wichtig ist, dass Sie dem Tag eine Struktur geben. Dann werden am Ende alle fröhlich sein.“ Und Sie auch.

7. Fotografieren Sie

Sie haben Spaß bei ihrem Wochenend-Sommer? Machen Sie Bilder davon. Oder drehen Sie ein Video. Beim nächsten Wochenend-Regen können Sie die dann bearbeiten und verschenken. Und sich gleich noch mal – und immer wieder – an dem Tag freuen.

8. Begeistern Sie sich

Sie stehen, sagen wir, am Starnberger See, schauen auf das Blau, die Dampfer, die Berge und in lauter sommerglückliche Gesichter. Da geht das Herz auf, oder? Und was tun Sie? Still und bezaubert gucken, weil man hierzulande nicht dazu neigt, ausgelassen Begeisterung zu zeigen. Sich wild und überschwänglich zu freuen. Wäre peinlich, gell?

Na, und! „Wer eine Begeisterungsfähigkeit fürs Leben hat, wer sich richtig laut freuen kann, schüttet viel mehr Glückshormone aus, als bei leiser Freude“, sagt Glücks-Coach Lermer. Also: Luftsprung machen! Jawohl, am Seeufer, mitten unter Leuten. Auf einer Wiese hüpfen, wie Kinder es tun. Ein Sommerlied pfeifen. Vielleicht schauen die Passanten ja gar nicht empört. Vielleicht lächeln sie ja und freuen sich mit. Ein Bild, an das Sie sich erinnern werden. Und das Sie noch lange, lange nach diesem Sommerwochenende fröhlich machen wird.


Mehr zum Thema können Sie auf Dr. Stephan Lermers Audio-CD „Glück – Einfach glücklich sein“ hören (15 €). Der Diplompsychologe führt eine Praxis in München.

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