Sommerinterview mit Dr. Reunhard Pfeiffer über das Bauzentrum Poing Zukunftsweisende Technologien künftigen Bauherren näherbringen

Der Technologiepavillon ist Raum für Veranstaltungen wie die Sonntagsvorträge, Veratungen und vieles mehr. Als Eingangsbereich zu der Musterhausausstellung stellt er eine optimale Verbindung zwischen Theorie und anschaulicher Praxis dar. Foto: Bauzentrum Poing

Dr. Reinhard Pfeiffer,  seineszeichens stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München GmbH, verrät im großen Sommerinterview, worauf es beim zukunftsweisenden Bauen ankommt.

Poing - Herr Dr. Pfeiffer, es ist nun schon gute Tradition, im Sommer eine kleine Bilanz über die Ereignisse im Bauzentrum Poing zu ziehen. Was hat Sie da 2017 besonders beeindruckt?

Dr. Pfeiffer: Alles zu nennen, ergäbe eine lange Liste. Symbolisch möchte ich die Beitrittsunterzeichnung der Bayerischen Energieagenturen e.V. zur Bayerischen Klimaallianz erwähnen. Der Festakt fand in Anwesenheit von Staatsministerin Ulrike Scharf im Technologie-Pavillon des Bauzentrums Poing statt. Der Beitrag der regionalen Energieagenturen zur Klimaallianz Bayern reicht vom Qualitätsmanagement und entsprechender Beratung mit Praxisbeispielen bis hin zu Informationsveranstaltungen. Das finde ich beeindruckend.

Ihr Haus war dabei als Gastgeber beteiligt. Was leistet das Bauzentrum Poing selbst in Sachen Klimaschutz?

Neben den entsprechenden Beiträgen in unseren Sonntagsvorträgen und individuellen Beratungen wird in den Musterhäusern der Bereich der Bautechnologie kontinuierlich dem aktuellen Stand angepasst. Das geschieht durch den Bau neuer Häuser oder auch durch grundlegende Renovierung. Allein in den letzten zwölf Monaten haben die Hersteller EinSteinHaus, Griffner, Keilhofer, Okal, Regnauer und Rensch neue Musterhäuser in Poing errichtet. Jedes Haus ist mit zukunftsweisender Technik ausgestattet – sei es durch energieeffiziente und nachhaltige Bauweise, Photovoltaikanlagen, die umweltschonenden Solarstrom erzeugen, oder durch optimierte Gebäudehüllen. Außerdem sind einige der Häuser Smart Buildings. Ich kann unseren Besuchern nur empfehlen, sich vor Ort selbst ein Bild von dem zu machen, was heute beim Hausbau in Sachen Umwelt- und Klimaschutz alles möglich ist. Auch für das zweite Halbjahr 2017 sind weitere Neueröffnungen geplant, zum Beispiel von Finger Haus, Living House, Tiroler Holzhaus, Weber und Weiss. Auch diese Häuser werden unsere Besucher mit ihren innovativen Technologien überzeugen.

Wie machen Sie den Besucher auf Neuerungen im Technologie-Bereich aufmerksam?

Als wichtiges und auch gerne angenommenes Instrument hierfür haben sich unsere „Touren der Innovationen“ bewährt. Dabei erlebt der Besucher genau die vier Themenbereiche, die heute beim Hausbau besonders wichtig sind: Smart Building, Energieeffizienz, Nachhaltiges Bauen und die Idee eines Mehrgenerationenhauses. Der Interessent kann diese Themen auf zweierlei Wegen erkunden, als geführte Tour oder individuell.

Wie kann sich der Interessent auf einer individuellen Tour orientieren?

Nun – wir nehmen unsere Besucher sozusagen „an die Hand“. Ein eigenes Tour-Booklet, das im Eingangsbereich kostenlos erhältlich ist, ermöglicht es dem Besucher, genau die Häuser und Themen auszusuchen, die ihn interessieren. In den Musterhäusern kann er dann gezielt Informationen abfragen und sich eingehend informieren lassen. Markierungen im Lageplan zeigen, wo welche Schwerpunktthemen besonders hervorgehoben werden. Wer sich vorab schon informieren will, kann sich das Tour-Booklet natürlich auch von unserer Homepage www.bauzentrum-poing.de herunterladen.

Wie sieht es dann bei den geführten Touren aus?

Diese finden themenbezogen und kostenfrei an den jeweiligen Vortragssonntagen von 13.00 bis 15.00 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Unsere Tour Guides besuchen ausgewählte Musterhäuser und stellen dort die jeweiligen Besonderheiten vor. Die Experten beantworten auch gerne die Fragen der Teilnehmer.

Wie verteilen sich dabei die Themen?

Nach dem Schwerpunkt Energieeffizienz im Juli stehen bei den folgenden drei Themenblöcken des zweiten Halbjahres die Bereiche Smart Building im September, Nachhaltiges Bauen im Oktober und schließlich im November das Mehrgenerationenhaus an. Die Touren finden jeweils an den Tagen der Sonntagsvorträge statt.

Was bedeuten eigentlich Intelligentes Wohnen und Smart Building genau?

Da geht es beim Wohnen um Technologien, die helfen kann, wichtige Bereiche des Lebens zu optimieren. Das reicht von der selbständigen Steuerung des Stromverbrauchs und damit der Ressourcenschonung bis hin zur Sicherheit durch automatisierte Systeme zum Beispiel für Lichtanlagen, Jalousien und Schließanlagen. Vernetzte Systeme erlauben zudem auch eine Echtzeit-Hausüberwachung und Steuerung bei Abwesenheit des Bewohners, zum Beispiel über Smart Phone. Aber es gibt auch schon den Kühlschrank, der mit der Familie twittert. Smart Building hat wirklich viele Facetten.

Geht das Bauzentrum Poing in seinem Angebote der Beratung und Information vor Ort mit der wichtigen persönlichen Beratung zugleich auch den Weg der Digitalisierung?

Unsere Internet-Seite www.bauzentrum-poing.de mit ihrer ständigen Aktualisierung ist dafür seit langem ein gutes Beispiel. Persönliche Begegnungen und Gespräche sind aber weiterhin wichtig. Den Weg dafür haben wir gerade den digitalen Anforderungen angepasst: das Bauzentrum Poing hat ein neues Anmeldesystem für die kostenlosen Beratungen. Ab sofort ist es möglich, sich online zu registrieren. Mit wenigen Klicks können sich Besucher jederzeit unter www.etouches.com/bzp anmelden. Selbstverständlich ist auch die Service-Hotline unter +49 89 949-11638 (Erreichbarkeit Mo. – Do. je von 08:00 – 19:00 Uhr) weiterhin erreichbar. Ein weiteres Beispiel ist auch unsere aktualisierte Facebook Seite. Anfang Januar haben wir damit begonnen, sie noch intensiver zu bespielen. Seitdem verzeichnen wir ein stetiges, gesundes Wachstum von Besuchen.

Häuser brauchen aber nicht nur Technik. Auch die Gestaltung ist ein wichtiger Wohlfühlfaktor. Was können Sie dazu sagen?

Wir bieten im Zusammenspiel mit der Musterhausausstellung beides: Technik und Form. Dass dies gelungen ist, unterstreicht unsere Teilnahme an der Langen Nacht der Architektur, die im Rahmen unserer Messe BAU in diesem Jahr schon zum vierten Mal stattgefunden hat. Dass dabei immer auch das Bauzentrum Poing ein gerne besuchtes Ziel war, unterstreicht die Stimmigkeit unseres Konzeptes.

Geben Sie uns noch einen kleinen Ausblick auf den Markt der Fertighäuser?

Ich sehe da ausgesprochen positiv gestimmt in die Zukunft, besonders wenn ich mir die neuen Zahlen des BDF (Bundesverband Deutscher Fertigbau) ansehe. Der Fertigbauanteil ist in den ersten drei Monaten des Jahres 2017 noch einmal deutlich gestiegen. Der Marktanteil der Fertighausbranche im ersten Quartal 2017 liegt mittlerweile bei 19,5 Prozent. Im bereits erfolgreichen Gesamtjahr 2016 hat der Fertigbauanteil noch 17,8 Prozent betragen. Insgesamt wurden von Januar bis März 2017 23.708 Ein- und Zweifamilienhäuser genehmigt, davon 4.635 in Fertigbauweise. In allen drei Einzelmonaten verbuchte der Fertigbau eine bessere Entwicklung als der Gesamtmarkt. Angesichts der guten wirtschaftlichen Voraussetzungen bin ich überzeugt, dass die Fertigbauquote gegenüber dem Vorjahr weiter steigen wird.

Das Interview führte Miryam Gümbel

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