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Skiverbands-Arzt Christian Wimmer: Wie gesund ist Sport bei extremer Kälte?

Sebastian Schulke, vom 02.02.2012 08:22 Uhr
Joggen im Schnee: Auch bei Minusgraden zieht es viele Hobbysportler in die winterliche Natur. Foto: dpa
Joggen im Schnee: Auch bei Minusgraden zieht es viele Hobbysportler in die winterliche Natur. Foto: dpa

"Mit Freude in die Kälte": Wie gesund ist Sport bei extremer Kälte? Was gibt es dabei zu beachten? Ein Experte beantwortet die wichtigsten Fragen

AZ: Herr Dr. Wimmer, Sie sind Spezialist für Sportmedizin und Orthopädie. Momentan herrschen in der bayerischen Metropole sibirische Zustände. Bis auf minus 20 Grad soll das Thermometer am Wochenende sinken. Ist es da überhaupt noch gesund, sich draußen sportlich zu betätigen?

DR. CHRISTIAN WIMMER: Bewegung ist für den menschlichen Körper immer gut. Auch bei eisiger Kälte. Und so ist natürlich auch Sport bei Kälte überhaupt nicht schlecht. Man sollte sich nur entsprechend vorbereiten, sonst vergeht einem wahrscheinlich relativ schnell der Spaß beim Laufen, Skifahren oder Radeln.

Wie schaut eine entsprechende Vorbereitung aus?

Zu allererst sollte man natürlich körperlich fit sein, keine Erkältung oder etwas in der Art mit sich herumschleppen. Außerdem sind bei diesen Minusgraden ein gutes Herzkreislaufsystem, freie Atemwege und intakte Gelenke erforderlich.

Intakte Gelenke – was heißt das genau?

Freizeitsportler mit Gelenkbeschwerden in Form von Arthrose oder anderen Abnutzungserscheinungen werden die Kälte ziemlich schnell schmerzhaft zu spüren bekommen. Da sollte man lieber eine Pause einlegen. Oder seine Gelenke wärmen.

Womit?

Mit speziellen Bandagen kann man verhindern, dass die Knie, der Rumpfbereich oder die Ellenbogen auskühlen. Mit warmen Gelenken läuft es sich einfach besser. Das ist wie bei einem Auto, das läuft auch besser, wenn der Motor bereits auf Touren ist.

Wie sieht’s mit dem Aufwärmprogramm aus?

Aufwärmen ist natürlich gerade bei der Kälte noch wichtiger als sonst, um Verletzungen wie Zerrungen vorzubeugen. Wobei Joggen, Radfahren oder Langlaufen sogenannte Aufwärmsportarten sind, die den Körper behutsam in Schwung bringen. Da reicht es, seine Bänder und Muskulatur etwas zu dehnen. Wer im Winter allerdings gerne draußen Fußball oder Eishockey spielt, sollte da schon etwas mehr tun. Für Skifahren und Snowboarden gilt natürlich das Gleiche.

Wagen Sie sich bei der Kälte auch selbst heraus und treiben Sport?

Ich fahre sehr gerne Ski, jogge oder springe auch im Winter auf mein Rad. Allerdings am Rande von München. Die Parks in der Stadt und die Isar sind oft sehr überlaufen. Doch leider fehlt mir meist die nötige Zeit dafür, da wir an Wochenenden oft Dienst haben – und dann Skiunfälle aus den umliegenden Wintersportgebieten wie Brauneck oder Spitzing sowie Österreich bei uns landen.

Welche Sportarten sind denn bei sibirischen Temperaturen zu empfehlen?

Das ist nicht unmittelbar von der einen oder anderen Sportart abhängig. Das Wichtigste ist, dass man wirklich gesund ist und mit Freude hinaus geht, sich nicht mühevoll durch die Kälte quält – ob nun in der Stadt beim Joggen oder in den Bergen beim Langlaufen oder Skifahren.

Wie verhält es sich mit Nahrungsaufnahme und Flüssigkeitszufuhr?

Ausreichend Flüssigkeit ist auch im Winter sehr wichtig. Bei den Minusgraden sollte man sich allerdings ein warmes Getränk mitnehmen – einen Tee oder eine Apfelschorle. Bei kalten Getränken wird der Körper zusätzlich beansprucht. Dazu einen Müsliriegel und eine Banane. Dann ist man bestens gerüstet.

Was muss ich bei der Ausrüstung und den Schuhen beachten?

Beim Joggen sollte man seine Sommertreter in der Ecke stehen lassen. Robustes Schuhwerk vermeidet Verletzungen und sorgt für Stabilität. Außerdem sollte man sich wirklich warm einpacken, der Körper darf gerade bei solch extremen Minusgraden nicht auskühlen. Atmungsaktive Unterwäsche ist da sehr gut, da man nicht so schnell durchschwitzt und nass wird. Kopf, Hals und Hände freuen sich natürlich ebenso über etwas Wärme.

Kommentare (1)
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FEB
02
17:48 Uhr, geschrieben von biker
irgenwann muß schluss sein...
wenn man das ganze jahr fast täglich mit dem Rad unterwegs ist ,bis minus fünf grad noch über die eisige piste rollt dann kann ich es mir wohl leisten mich auf meine faule haut zu legen.gerade der kopf ist bei starken minusgraden sehr gefährdet und schützen kann man ihn nicht wirklich..probleme mit den nebenhöhlen und den bronchien hatte ich bis zum abwinken.kommt dazu noch das erhöhte sturzrisiko auf den vereisten pisten.na herr doctor ... da lasse ich den gelegenheitfahrern mal den vortritt.
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