Skigebiete im Test AZ-Check: Wenn's pressiert - ab ins Brauneck

, aktualisiert am 18.01.2017 - 12:42 Uhr
Eine saubere Sach' ist ein Skitag im Brauneck allemal. Vor allem für die Kleinen ist hier bestens gesorgt. Im AZ-Check gibt's 4 von 5 Sterne. Foto: mbu

Die Skiregion Brauneck-Wegscheid ist gerade mal 60 Kilometer von München entfernt und hat bei ausreichend Schnee tatsächlich für den Wintersportneuling über den Après-Ski-Fan bis hin zum Skifahrervirtuosen einiges zu bieten.

Lenggries - Wenn nicht viel Zeit ist, dann fährt der Münchner ins Brauneck – das Skigebiet vor den Toren der Stadt. In meinem Fall war es ein Samstag (07.01) und ich entschloss mich kurzerhand mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) nach Lenggries und von dort aus mit dem kostenlosen Skibus zur Brauneckbahn chauffieren zu lassen. Ein tadelloser Service für Städter, der seines Gleichen sucht. In weniger als zwei Stunden (und einem liegengelassenen Paar Handschuhen in der BOB) bin ich von meiner Schwabinger Wohnung in der Gondel – besser geht's nicht. 

Kalt ist's, als ich oben auf der Bergstation in meine Bindung steige. Dennoch: die erste Abfahrt der Saison will gemeistert werden. Um's gemächlich angehen zu lassen, wähle ich die Familienabfahrt (6 km). Die Mischung aus Kunst- und ein bissl Neuschnee macht sich unter meinem Brett bemerkbar. Gut, dass ich das Snowboard vorher noch zum Service gebracht und mir scharfe Kanten habe verpassen lassen. Der Untergrund ist eisig – auch um 10.15 Uhr in der Früh. Spaß macht die variantenreiche Abfahrt trotzdem. Mit dem hochmodernen Milchhäusl-Express, dessen 6er-Sessel an kleine blaue Raumschiffe erinnern, geht's wieder gen Gipfel. Im Panoramarestaurant an der Bergstation ist's Zeit für eine Gulaschsuppe. Hier bekommt man für ehrliche 5,50 Euro eine ordentlich salzige Suppe – so wie eine echte Berggulaschsuppe eben sein muss.

A bissl an Schnee verträgt das Brauneck schon noch

Das Brett wieder unter den Füßen geht's hinüber zum Latschenkopf. In diesem Teil des Skigebiets geht es für Snowboarder etwas zäh voran. Viele "Ziaga" und Schiebepassagen dämpfen hier den Fahrspaß etwas. Als Belohnung für das viele Anschieben soll ein Haferl Kaffee her. Nur wo? Die Gastroauswahl im Skigebiet Brauneck-Wegscheid ist nahezu bombastisch. Strasser Alm, Tölzer Hütte, Kotalm, Florihütte – es findet sich keine Abfahrt, wo man nicht auf einen Einkehrschwung oder zum Après-Ski Halt machen könnte. Bei mir wird's die Finstermünz Alm. Eine gute Wahl. Der Kaffee schmeckt hervorragend.

Die letzte Abfahrt des Tages soll die Weltcupabfahrt runter zur Talstation sein. Leider muss man auch hier eher von einer Eispiste sprechen. Braune Stellen an denen Steine und Geröll hervortreten häufen sich je weiter man nach unten kommt. Die Kratz- und Schleifgeräusche, die die fahrbaren Untersätze meiner Gleichgesinnten abgeben tun mir in den Ohren weh. Das Material leidet. Auch wenn es in der Nacht zuvor geschneit hat. A bissl an Schnee verträgt das Brauneck allemal noch.

Die Kids unten am Babylift merken davon freilich nichts. Familien mit Kindern schätzen im Brauneck auch die drei Kinder-Areale, in denen der Nachwuchs unter fachkundiger Betreuung der örtlichen Skischulen die ersten Schwünge zieht. Für Zwergerl- und Anfängerkurse ist das Brauneck mit seinen flachen Übungshängen perfekt ausgerüstet. Gleich vier Skischulen direkt an der Talstation kümmern sich hier um lernwillige Wintersportler und Nachwuchskifahrer.

Trotz nahezu zweistelligen Minusgraden und nur mittelmäßigen Schneeverhältnissen war es der Tagesausflug ins Brauneck wert. Die Anfahrt mit der Bob ist unfassbar unkompliziert und wenn's noch einen halben Meter Schnee herhaut, dann kann man sich auf den gut durchgemischten Schwierigkeitsgraden der Braunecker Abfahrten richtig austoben.

AZ-Sternebewertung für die Skiregion Brauneck-Wegscheid: 4 von 5 Sterne

Klicken Sie in das Bild für ein 360-Grad-Panorama von der Bergstation

Entfernung von München: 62 Kilometer

Anfahrtsdauer: 1 Stunde mit dem Auto, 1 Stunde 35 Minuten mit Bahn und Bus

Anreise: Mit dem Auto auf der Autobahn A8 bis Holzkirchen und auf der Bundesstraße B13 über Bad Tölz bis Lenggries. Die Bahn fährt von München über Bad Tölz direkt bis Lenggries.

Kosten: Treibstoffkosten rund 15 Euro, Bahnfahrt pro Person 28,80 Euro oder Kombi-Tickets mit Tagesskipass für 48 Euro

Staugefahr: Am Wochenende auf der Bundesstraße am Südrand von Bad Tölz.

Tagesskipass: 35 Euro

Pistenkilometer: 34 km

Schneehöhen: 60 cm (Tal) 80 cm (Berg)

Ausleih-Möglichkeiten: Zahlreiche Anlaufstellen direkt an der Talstation: Skischule Lenggries, Skiverleih Michi Gerg, Skischule hiSki und Skischule Isarwinkel

Mit Kindern: Kinder-Schnee-Land mit zwei Seilliften, einem Förderbahn, einer Wellenbahn, einem Parcours mit Torbögen und einer großzügigen Übungsfläche. Drei Kinder-Areale, in denen der Nachwuchs unter fachkundiger Betreuung der örtlichen Skischulen gut aufgehoben ist. Im KinderSkiZirkus Villa Lustig am Jauden-, im KinderSchneeLand am Draxlhang und im Kinderland der Skischule Michi Gerg wird sich bestens um die Zwergerl gekümmert

Après-Ski-Level: Wer im Brauneck nichts zum Après-Ski findet ist entweder schon betrunken, oder sieht vor lauter Hütten die Bar nicht.

Extra: Immer mittwochs ist Lady's Day (ermäßigte Tagestickets für Damen für 18,50 Euro), Samstags Nachtski von 19 Uhr bis 22 Uhr

Mehr Infos zum Skigebiet unter: http://www.brauneck-bergbahn.de

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