Papa Riesch über die Tränen seiner Tochter – und warum auch nach dem Aus gefeiert wurde

SCHLADMING Als Tochter Maria im Slalom auf Medaillenkurs liegend acht Tore vor dem Ziel ausschied, zog sich Sigi Riesch auf der Tribüne seine lila Mütze ins Gesicht. Chance vertan: Es blieb bei drei WM-Medaillen für Maria Höfl-Riesch.

AZ: Herr Riesch, Ihre Tochter meinte nach dem Slalom-Aus am Samstag, sie werde sich den Männer-Slalom mit Felix Neureuther und Fritz Dopfer daheim in Kitz „mit einer warmen Tasse Tee und einer Wärmflasche im Rücken" anschauen. Wie hat sie die verpasste Medaille verkraftet?

SIEGFRIED RIESCH: Wir haben uns gerade in Kitzbühel noch den ersten Durchgang des Männer-Slaloms angeschaut und machen uns jetzt auf den Heimweg. Am Samstagabend haben wir im „Landhäusl" in Kitzbühel noch eine kleine Feier gemacht. Die Maria hat's ganz gut weggesteckt. Im Moment ist so was immer ärgerlich, aber es ist ja nicht so, dass sie mit leeren Händen heimfährt.

Sie selbst sagte: „Eine Medaille als krönender Abschluss wäre der Wahnsinn gewesen." Sie war nah dran.

Klar, das wäre das Sahnehäubchen gewesen. Aber mein Gott, das war eine kleine Unachtsamkeit, ein paar Spuren waren schon drinnen - wie's halt so ist.

Nach dem letzten Rennen sah sie auch ganz schön blass und erschöpft aus. Es sind auch ein paar Tränen geflossen.

Ganz kurz wohl, jaja. Aber am Abend haben wird dann so eine nette Feier gehabt. Es waren einige Freunde da, die ganze Familie - da haben wir viel Spaß gehabt.

Eine richtige Erholungspause gibt es für Maria nicht.

Nein, Mitte der Woche ist schon wieder Anreise nach Frankreich zum nächsten Weltcuprennen. Da geht das Restprogramm über die Bühne. Ich glaube, es sind noch elf Rennen, und dann ist die Saison auch schon wieder Geschichte.

Dann können Sie mal wieder entspannen. Normal arbeiten ist für Sie wahrscheinlich eher schwierig während einer Ski-WM, oder?

Schwierig. Das belastet schon. Man ist angespannt die ganze Zeit. In der ersten Woche sind wir ja immer in der Früh mit dem Fan-Bus gefahren, und bis wir dann abends wieder daheim waren, war es schon zwölf oder noch später. Die zweite Woche, als wir in Haus bei Schladming gewohnt haben, war dann schon angenehmer. Aber die WM insgesamt habe ich schon als toll empfunden, das ganze Drumherum, alles super organisiert. Die haben sich echt reingehängt.